Wir lieben die Musik der sechziger und siebziger Jahre.
Rocktimes Interview Das Debüt-Album Diary Of A Soul Fiend der englischen Band Saint Jude schlug im letzten Jahr ein wie eine Bombe. Front-Lady Lynne Jackaman (deren herrlich kratziger und soulvoller Gesang sehr angenehm an Maggie Bell erinnert) stellte sich unseren Fragen bezüglich der Aufnahmen, Kontakten zu den Rolling Stones und den Plänen für die nähere Zukunft.


Interview vom 09.02.2011


Markus Kerren
Hallo Lynne und danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Zuerst möchte ich dir bzw. euch gerne zu eurem Debüt-Album "Diary Of A Soul Fiend" gratulieren, das eine der großen Entdeckungen des letzten Jahres war. Kannst du uns was über den Entstehungsprozess und/oder die Besonderheiten während der Aufnahmen erzählen?
Lynne Jackaman: Vielen Dank! Der Entstehungsprozess zu einem ersten Album beginnt ja immer schon Jahre vorher. Zum Beispiel wurde die Saat für den Song "Down This Road" schon sehr lange Zeit vorher gepflanzt, bis wir ihn schließlich für "Diary Of A Soul Fiend" aufnahmen. Wir machten das Album in Nashville und in Kentucky, was eine tolle Erfahrung war. Auf dem Weg dorthin waren wir uns noch gar nicht sicher, welche Songs schließlich auf dem Album landen würden und Nummern wie "Soul On Fire", "Little Queen" und "Garden Of Eden" entstanden erst während der Aufnahmen, weshalb sie mich für immer an diesen Zeitabschnitt erinnern werden. Wir waren uns klar darüber, dass wir Chris Kimsey als Produzenten wollten. Er kam zu uns rüber geflogen und der Rest ist Geschichte.
RockTimes: Wie lange spielt ihr schon zusammen und hattet ihr bereits alle Songs fix und fertig komponiert, bevor ihr ins Studio gegangen seid?
Lynne: Wir spielen mittlerweile schon ein paar Jahre zusammen, haben aber viele der Tracks für das Album erst im Studio in Nashville geschrieben. Obwohl wir eigentlich genügend Material mitgebracht hatten.
RockTimes: Eure Scheibe versprüht ein starkes Siebziger-Feeling. Liegen dort eure Wurzeln und habt ihr diesen Stil immer schon gespielt?
Lynne: Wir lieben die Musik der sechziger und siebziger Jahre, Leute wie
Creedence Clearwater Revival, Aretha Franklin, Etta James, Free, AC/DC,
The Black Crowes, The Faces, Led Zeppelin, The Rolling Stones, Bonnie Raitt, Buddy Guy, The Band etc. etc.
RockTimes: Von wem seid ihr am meisten beeinflusst worden? Ich glaube sowohl britische Truppen wie The Faces, Stone The Crows und die Stones, wie auch Amerikanisches a la The Black Crowes herauszuhören. Liege ich da weit daneben?
Lynne: Du hast es auf den Punkt gebracht!
RockTimes: Auf dem insgesamt starken Album sticht deine Stimme besonders heraus. Mag sein, dass ich in den letzten Jahren das eine oder andere Juwel verpasst habe, aber deine Vocals sind für mich der beeindruckendste weibliche Gesang seit langer Zeit. Ist das eigentlich deine natürliche Stimme oder arbeitest du mit einer speziellen Gesangs-Technik, mit der du diese soulige Röhre ablieferst?
Lynne: Danke dir! Ich hatte bisher noch keine einzige Stunde Gesangs-Unterricht in meinem Leben. Dafür habe ich bereits im zarten Alter von 14 Jahren damit angefangen, drei Nächte pro Woche live in Clubs zu singen. Dort habe ich mein Handwerk erlernt. Stundenlang sang ich außerdem zu den Songs auf meinen Schallplatten mit. All die Musiker, die ich bewunderte, wie etwa Aretha Franklin, Gladys Knight, Etta James, Chaka Khan, Stevie Wonder, Steven Tyler, Paul Rodgers,
Robert Plant und viele, viele mehr. Durch diese Auftritte und das Mitsingen zu den Platten habe ich sehr viel über meine Stimme und deren Möglichkeiten gelernt. Mein Gesang kommt von Herzen und ich singe bei jedem Auftritt so, als wäre es mein letzter.
RockTimes: Vor einem knappen halben Jahr habt ihr ein paar Konzerte in Deutschland gespielt. Gibt es eventuell schon Pläne, für eine längere Tour wieder zurück zu kommen?
Lynne: Absolut! Wir sind gerade im Moment dabei eine zu planen, während ich dieses Interview gebe.
RockTimes: Wie habt ihr Ronnie Wood kennen gelernt und wie kam es zur Zusammenarbeit?
Lynne: Ronnie war begeistert, als er uns mal irgendwo live gesehen hat. Er mag es immer noch sehr gerne, sich andere Bands auf der Bühne anzusehen. Er kam zu ein paar weiteren von unseren Konzerten und einmal sprang er sogar auf die Bühne um zu jammen, was selbst uns überraschte. Wir fragten ihn, ob er auf dem Album für den Song "Garden Of Eden" als Gast mitspielen wolle und er sagte zu. Ronnie ist großartig!
RockTimes: War er es, der Chris Kimsey als Produzenten ins Spiel gebracht hat? Immerhin hatte der ja früher auch die Rolling Stones produziert...
Lynne: Nein, wir wurden Chris bereits vor längerer Zeit von einem gemeinsamen Freund empfohlen. Wir waren sofort auf der gleichen Wellenlänge und begannen zu arbeiten, was dann schließlich zu den Aufnahmen unseres Debüts "Diary Of A Soul Fiend" führte.
RockTimes: Konzentriert ihr euch momentan vollkommen auf den britischen und europäischen Markt oder denkt ihr bereits daran, auch Amerika in Angriff zu nehmen?
Lynne: Im Moment sind wir einfach nur überrascht und dankbar für die tollen Reaktionen, die wir bezüglich des Albums bekommen. In der nahen Zukunft konzentrieren wir uns tatsächlich auf Großbritannien und Europa, aber wir werden ohne Zweifel auch in den USA und vielen weiteren Ländern angreifen.
RockTimes: In meinem Review schrieb ich, dass wenn es zu keinen größeren Unfällen oder Unglücken kommt, wir alle in Zukunft noch sehr viel Gutes von Saint Jude hören werden. Was dürfen wir erwarten?
Lynne: Danke schön! Ihr dürft erwarten mitverfolgen zu können, wie wir uns in den nächsten Jahren dramatisch weiter entwickeln werden. Unser Plan ist es, weiter zu rocken und uns voll auf die Musik zu konzentrieren. Wir wollen live spielen, und zwar in so vielen Orten, auf so vielen Bühnen und Festivals, die uns wollen.
RockTimes: Okay, Lynne, du hast das letzte Wort. Gibt es etwas, was du deinen deutschen Fans mitteilen willst?
Lynne: Nur, dass wir es schon nicht mehr erwarten können, wieder in Deutschland zu sein und dort Konzerte zu spielen. Außerdem möchten wir uns für eure Liebe und Unterstützung bedanken.
RockTimes: Wir bedanken uns für das Interview!
RockTimes: Hi Lynne and thanks a lot for taking the time to do this interview!
First of all I would like to congratulate you for your debut album "Diary Of A Soul Fiend" which was one of the real winners in 2010. How did it come together and were there any specialties recording it?
Lynne Jackaman: Thank you very much. Your first album is many years in the making. For example, the seed of "Down This Road" was planted many years before we made "Diary Of A Soul Fiend". We made the album in Nashville and Kentucky, which was an amazing experience. We went there with an open mind as to which tracks would finally make it on the album. Tracks such as "Soul On Fire", "Little Queen" and "Garden Of Eden" were born there and will always remind me of that time. We knew that we wanted to record our album with Chris Kimsey. He flew over to be with us and the rest is history!
RockTimes: For how long are you playing together now and did you already have all the songs together before you entered the studio?
Lynne: We have been playing together for a few years, although we didn't write most of the tracks on the album until we were in Nashville. We had decided upon the tracks which would appear on the album before entering the studio, yes.
RockTimes: There's a very strong 70's feeling all over the album. Is this where your roots are and did you always play this kind of style?
Lynne: We are heavily influenced by music from the 60's and 70's ... we love many acts. Just to name a few: Creedence Clearwater Revival, Aretha Franklin, Etta James, Free, AC/DC, The Black Crowes, The Faces, Led Zeppelin, The Rolling Stones, Bonnie Raitt, Buddy Guy, The Band etc. ...
RockTimes: Who would you say influenced you? I believe to hear a little bit of British bands like The Faces, Stone The Crows and even The Rolling Stones as well as an American Band like The Black Crowes. Am I far off with that?
Lynne: Spot on!
RockTimes: Besides the great musicianship on the record your singing really sticks out. I might have missed out on some ladies in recent years, but yours are the most impressive female vocals I got a chance to listen to for ages. Is this your natural voice or are you working with a special technique to provide your soulful vocals?
Lynne: Thank you. I have never had a singing lesson in my life. I began singing in clubs three nights a week from the tender age of 14 years old. This is where I honed my craft. For hours I would sing along to artists who I adored, such as Aretha Franklin, Gladys Knight, Etta James, Chaka Khan, Stevie Wonder, Steven Tyler, Paul Rodgers, Robert Plant and so many more. They were my teachers. I learned a lot about my voice and its capabilities by simply performing and recording. I sing from the heart and perform every show as if it were my last.
RockTimes: Just a couple of months ago you played a short tour in Germany. Are there any plans in the near future to play a full tour here?
Lynne: Absolutely, we are organising shows in Germany as we speak!
RockTimes: How did you get to know and further more work with Ronnie Wood?
Lynne: Ronnie loved us when he heard us and is a genuine fan of live music. He came to a few of our shows, he even jumped up on stage and played with us, which is amazing! We asked him if he would join us on "Garden Of Eden" and he said 'Yes'. Ronnie is great!
RockTimes: Was it him who brought producer Chris Kimsey into the picture since Chris had worked with the Stones in the past?
Lynne: No, we were recommended to Chris some time ago through a mutual friend. We clicked immediately and began working together and eventually on our debut album "Diary Of A Soul Fiend".
RockTimes: Are you concentrating on the british and european market for now or are you already planning to tour and break America?
Lynne: We are amazed and very grateful at the response our album has received so far, we are currently focusing on the UK and Europe, yes. However, we very much plan to tour and break America and many other countries in the future.
RockTimes: In my CD review I said if there won't be any bigger accidents or bad luck we will hear a lot more great stuff from this band. What can we expect from Saint Jude in the future?
Lynne: Thank you! You can expect to see us grow and evolve massively over the next few years. We intend to keep rockin' and keeping it about the music and performing great shows for live audiences in as many places, venues and festivals that will have us.
RockTimes: Alright, you got the last word. Anything you wanna tell your german fans?
Lynne: That we can't wait play shows for them very soon, and 'Thank You' for their love and support.
RockTimes: Thanks again and all the best for the future!
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