Redleft / Now Or Never
Now Or Never Spielzeit: 40:32
Medium: CD
Label: 7us Media Group, 2013
Stil: Rock

Review vom 30.03.2013


Udo Gröbbels
Der Weg über die Nachwuchsfestivals
Früher war es meist üblich, dass man als Band in Kneipen und kleinen Clubs anfing und sich so Stück für Stück eine Fangemeinde erspielte. Heutzutage aber gibt es in jeder Stadt Nachwuchsfestivals, bei denen man sich ebenfalls einem Publikum präsentieren kann und genau diesen Weg hat das noch junge Quintett Redleft aus Schwäbisch Gmünd gewählt. Gerade mal erst 2010 aus anderen Bandprojekten gegründet, haben die Jungs immerhin schon zwei dieser Contests gewonnen. Da die Band sich nicht mit halben Sachen abgeben möchte, steckte man also 2012 viel Arbeit in das nun vorliegende Debüt. Das klingt ja alles ganz gut, aber das Entscheidende ist und bleibt nun mal die Musik.
Irgendwo zwischen Nickelback und Sunrise Avenue
Die CD startet direkt schon mal mit einem negativen Paukenschlag, denn bei "Heartbeat" gibt es weder laute Gitarren noch Schlagzeug, sondern dafür knapp eine Minute übelste Techno-Beats. Was ist denn das? Noch etwas geschockt folgt "Sad Moments" und das Drama vom Opener wiederholt sich zum Glück nicht. Fett produzierter, zeitgemäßer Rock. Musikalisch und zum Teil auch stimmlich sind Parallelen zu Nickelback unüberhörbar. Kaum hat man sich aber an die leicht härtere Gangart gewöhnt, holt einen "Back To Past" wieder auf den Boden zurück. Durchschnittliche Ballade, die aber mit einem tollen Gitarrensolo aufwarten kann. Der Rest der CD plätschert in diesem Rhythmus weiter vor sich hin. In weicheren Momenten wird der Hörer an die Finnen von Sunrise Avenue erinnert. Insgesamt ganz ordentlich, aber es fehlen definitiv die Hits bzw. die Highlights. Alles ganz nett, gut gemacht, aber es bleibt auch nach mehreren Durchläufen nicht wirklich was hängen. Außerdem ist der Balladenanteil viel zu hoch.
"Now Or Never" ist leider einfach nur nett. Nette Musik, nette Melodien und sicherlich auch nette Musiker. Trotzdem kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Band zwar ein wirklich gut produziertes, aber auch sehr austauschbares Erstlingswerk vorgelegt hat. Leider hat kein einziger Song das Potential für etwas Radio-Airplay zu sorgen. Es fehlt zudem die Eigenständigkeit und die Band sollte überlegen, was sie möchte. Für Popmusik sind zu viele harte Gitarren auf der CD, während man aber als Rockband bei so vielen Balladen und langsamen Nummern auch nicht wirklich ernst genommen werden kann. Zu Gute halten muss man aber den Jungs, dass sie noch jung sind. Daher also wieder fleißig live spielen und weiter Songs schreiben. Ihre Instrumente beherrschen Redleft nämlich wirklich gut. Ich hoffe man hört in Zukunft noch von der Band, denn Potenzial ist ohne Zweifel vorhanden.
Line-up:
Fabian Bruck (vocals)
Richard Larys (guitar)
Jan Geiger (piano)
Marcel Koziara (drums)
Johannes Schnapper (bass)
Tracklist
01:Heartbeat
02:Sad Moments
03:Back To Past
04:Please Hate Me
05:Dreamer
06:Let Me Be
07:Now Or Never
08:You And Me
09:Matter Of The Heart
10:Come Into My Room
11:My Little Sunshine
12:Home
Externe Links: