Philipp Thiel: Unseren Musikstil bezeichnen wir als 'Dizzy Rock' ...
Rocktimes Interview Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 geht es mit der Dresdener Band One Ampere stetig bergauf. Grund dafür ist, unter anderem, ihr 2007 erschienenes Album "Borderline Violation"
RockTimes-Mitarbeiter Mike Kempf sprach in seinem ersten Interview mit dem Bassisten der Band Philipp Thiel und bringt Euch die Jungs etwas näher!

Artikel vom 04.06.2008


Mike Kempf
Als ich die Band fragte, ob sie sich für mein erstes Interview zur Verfügung stellen würden, sagten sie spontan zu. Für diese Spontaneität meinen herzlichsten Dank!
RockTimes: One Ampere, 2005 gegründet und 2006 schon unter den ersten drei Bands beim Newcomerwettbewerb 'New Chance 2006' in Sachsen. Seit wann kennt Ihr Euch und welche Bedeutung hat Euer Bandname?
Philipp: Wir kennen uns seit Mitte 2005, zu dieser Zeit spielte jedoch jeder noch in einer anderen Band. Durch gelegentliches Jammen fand man dann zusammen und gründete One Ampere. Anfang 2007stieg unser Gitarrist Dirk aus und wurde kurze Zeit später von Sebastian ersetzt. Also bis jetzt die typische 08/15 Geschichte.
Was den Namen angeht, so wussten wir nur, das man Strom zum Musik machen braucht, da wir jedoch englische Texte hatten, war der Name 'Strom' nicht passend, also nahmen wir 'Ampere'. Das alleine fanden wir langweilig und da sich eine Zahl ganz gut macht nahmen wir 1000. Kurze Zeit später brach jedoch das schlechte Gewissen aus, da wir mit 1000 Ampere den anderen Bands die Energie zum Spielen nahmen. Deshalb begnügten wir uns mit nur einem Ampere und das ganze dann auf Englisch…. tadaaa One Ampere.
Und glaube mir, die wahre Geschichte, wie es zu dem Namen kam willst du nicht wissen, ich sage nur 08/15.
RockTimes: Wie würdet Ihr Euren Musikstil beschreiben und welche Musiker haben Euch am meisten beeinflusst?
Philipp: Unseren Musikstil bezeichnen wir als 'Dizzy Rock', man kann auch 'Grungabilly' oder wenn man ganz innovativ ist 'Alternative' sagen. 'Dizzy Rock' ist unsere eigene Bezeichnung, übersetzt heißt es 'Verwirrter Rock'. Das kommt daher, dass wir aus vollkommen verschiedenen Musikrichtungen stammen, diese in einen Sack packen, ein paar mal darauf rum hauen und danach schauen was dabei raus kommt. Um mal ein paar Musiker/Bands zu nennen die uns beeinflussen. Stefan (Gesang/Gitarre) (Coldplay, Black Rebel Motorcycle Club), Sebastian (Gitarre) (QOTSA, Blackmail), KJR (Drums) (VolBeat, HateSphere) und ich, Philipp (Bass) (Live of Agony, Pearl Jam).
RockTimes: Wie entsteht bei Euch ein Song? Gibt es da eine Hierarchie, z. B. einer für die Texte, einer für den melodischen Teil?
Philipp: Zu Beginn steuerte Stefan die meisten Songs bei, dann gab es eine Zeit, da brauchte nur einer mit einem Riff in die Probe kommen und die Sache lief. Bei den letzten Songs (welche jedoch erst auf der nächsten Platte erscheinen werden), sitzen Stefan und ich zusammen im Proberaum und bringen sie dann spruchreif zur Gesamtprobe. Diese Art des Songwritings hat sich bis jetzt als am effektivsten herausgestellt. Was die Texte angeht, so liegt das meistens in Stefans Bereich.
RockTimes: Ende 2007 kam Euer Debutalbum "Borderline Violation" auf den Markt. Wie kommt der Silberling bei den Fans an?
Philipp: Top, jedenfalls sagen die das immer. Na gut, könnte auch sein, dass sie es Scheiße finden und es uns nur nicht sagen, weil sie uns nicht runterziehen wollen, dann würde ich mich jetzt an dieser Stelle dafür bedanken… Danke…. Ich gehe aber davon aus, dass sie es ernst meinen.
RockTimes: Welchen Live-Auftritt würdet Ihr bisher zu Euren Highlights zählen?
Philipp: Ich würde sagen, dass war die 'Architektentaufe 2007', bei der wir als Mainact vor 1000 Leuten spielten und sie alle zum Ausrasten brachten. Muaahahahahah Stagediving.
RockTimes: Am 6. Juni 08 gastiert Ihr in Berlins Rockclub JWD. Wie sieht Euer weiterer Tourplan für 2008 aus? Wird es auch ein Gastspiel außerhalb Deutschlands geben?
Philipp: Das kann ich dir nicht sagen, da wir gerade mit 2 größeren Acts in Kontakt stehen, welche uns eventuell als Support mit auf ihre Wintertour nehmen. Es wäre nur äußerst peinlich, jetzt einen auf dicke Hose zu machen und am Ende stehen wir ohne da.
Es wird auf jeden Fall, auch wenn das mit dem Support nicht klappt, noch 10 bis 15 Gigs in diesem Jahr geben.
Was das Ausland angeht, so ist unsere Agentur gerade an Mazedonien dran. Frag mich nicht wie es dazu kommt.
RockTimes: Von Eurem Manager Patrick Gross habe ich erfahren, dass Ihr gerade dabei seid, Euer erstes Video zu der Single "Anna Nicole Smith" zu produzieren. Wer hatte die Idee zu diesem Song ein Video zu drehen und wann ist mit der Veröffentlichung zu rechnen?
Philipp: Eigentlich waren es die Fans, da dieser Song recht schnell ins Ohr ging und wir öfters auf ihn angesprochen wurden. Außerdem kann man mit dieser Person, um die es da geht, einiges anstellen.
Was die Veröffentlichung angeht, so kann ich Dir kein genaues Datum sagen, da wir das Video gerade zum Überarbeiten an die Agentur zurück geschickt haben. Ich hoffe, dass die Sache im Juni steht.
RockTimes: Euer erstes Album ist ausschließlich mit englischen Texten versehen. Bleibt Ihr da Eurer Linie treu oder kann man auch mit deutschsprachigen Songs rechnen?
Philipp: Mal schauen, da machen wir uns keinen Kopf drum. Hauptsächlich wird unsere Musik im Englischen bleiben.
RockTimes: Der erste Schritt mit Eurem ersten Album ist geschafft. Gehen Eure Ambitionen dahin, später mit Eurer Musik Euren Lebensunterhalt zu finanzieren?
Philipp: Die Ambitionen ja, der heutige Stand der Ding, was die Musikindustrie… angeht, wirft da jedoch ein sehr düsteres Licht drauf.
RockTimes: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Gibt es abschließend noch eine Botschaft, die Ihr an Eure Fans richten wollt?
Philipp: Liebe!
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