The Muggs / Straight Up Boogaloo
Straight Up Boogaloo Spielzeit: 54:48
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2015
Stil: Blues Rock, Classic Rock

Review vom 23.04.2015


Joachim 'Joe' Brookes
Alle Systeme auf Volllast! Hier kommen The Muggs! "Straight Up Boogaloo" lässt den Player glühen, stellt ihn auf eine echte Belastungsprobe. Das Trio aus Detroit demonstriert ein weiteres Mal, wie Rock, Blues Rock und Classic Rock fusionieren und die übergeordnete Musik-Aufsicht gibt hier unentwegt grünes Licht.
The Muggs bieten extrovertierten Rock, der seinen Halt an den Wurzeln des Blues findet. Das Trio kennt fast nur einen Weg und der führt auf einem geraden Weg direkt in die Verästelungen des Genres und der Dreier versteht es mit seinen Bezügen zu den glorreichen Siebzigerjahren einen richtig fetten Klang abzuliefern. Bemerkenswert dabei ist vielleicht eine Information, die aus dem Werbeblatt hervor geht: »Ungewöhnlich aber cool ist der Sound des Rhodes-Bass, ein Keyboard, dass Tony Denardo statt dem üblichen Viersaiter bedient.«
Bei den Bonustracks, zumindest, was "Rattlesnke Shake" von Fleetwood Mac angeht, zeigen The Muggs, wo deren Hammer der Identifikation hängt. Led Zeppelin ist da wohl besonders weit vorne. Eine gewisse Affinität von Danny Methrics Stimme zu Robert Plant ist nicht von der Hand zu weisen.
Der Dreier ist ein kaum zu bändigendes Powerpaket. Zündende Riffs schwirren durch die Luft, das Schlagzeug glüht vor Energie und die Basstöne geben der Gitarre eine standhafte Erdung. Einen weiteren Coversong hat man sich bei Black Sabbath geliehen. "Tomorrow's Dream" hat dann auch die Härte vom Stoner Rock.
"Spit And Gristle" schiebt sich mit seinen psychedelischen Elementen ebenfalls in die gerade erwähnte Kategorie.
Bei The Muggs kratzt "Rattlesnake Shake" an der zwölf Minutenmarke und ist als Bonustrack schon alleine deswegen ein erhebliches Pfund. Der von Peter Green komponierte Track ist hier viel mehr in den Sümpfen des amerikanischen Blues-Landstrichs getaucht worden und auch sonst bekommt man jede Menge Gitarren-Exkurse und –Exzesse auf die Ohren. Im Mittelteil hebt die Combo förmlich ab.
"Yer Blues" ist hart und heftig. War der Track bei den Beatles aber schon und rundum können die Amerikaner hier nichts Neues bieten.
"Roger Over And Out" ist eine Reminiszenz an Roger Corman, seines Zeichens Film-Regisseur und –Produzent. In der The Muggs-Nummer werden reihenweise Filmtitel zitiert und es gibt auch authentisch klingende Fremdstimmen in dem Stück. So verpackt man cineastische Geschichte in ein wohlklingendes Blues Rock-Geschenkpapier. Wobei man im zweiten Teil des Tracks die E-Gitarre gegen die Akustische tauscht. Ein guter Tausch, zeigt er doch, wie sich der donnernde Trio-D-Zug auch in ruhigeren Phasen verhält. So etwas konnte seinerzeit auch Led Zeppelin.
Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, denn gemessen an der rockigen Härte der meisten Songs, begeben sich The Muggs in "Fat City" quasi auf Schmusekurs mit dem Hörer. Ein Refrain, der so eingängig ist wie dahin schmelzende Butter, herrliche uhs und ahs im Hintergrund und nicht zuletzt eine gezähmte Danny Methric-E-Gitarre machen hier den Unterschied aus. Diese Nummer ist Rock zum Anlehnen.
Wow! Gekonnt bringt "Blues For Mephistopheles" Ruhe in die ansonsten servierten 12-Takter-Flüssigkeits-Strudel. Mit dieser Ballade und einem emotional aufspielenden Sechssaiter macht die Band aus dieser Komposition ein Highlight.
Das Titelstück ist gezügelter Rock'n'Roll.
Die "... Outtakes" sind kein Stück Musik, sondern nur eine Zitatensammlung, gemacht von Radioansagern, die den Hitparadenplatz von "Straight Up Boogaloo" durchgeben und vielleicht noch ein »Dig it!« hinterher schieben. Tja, diese Formulierung kann man nur unterstützen.
Line-up:
Danny Methric
Todd Glass
Tony DeNardo
Tracklist
01:Appleart Blues (4:48)
02:Fat City (4:47)
03:Lightning Cries (4:51)
04:Spit And Gristle (4:07)
05:Roger Over And Out (7:16)
06:Blues For Mephistopheles (3:40)
07:Tomorrow's Dream (3:07)
08:Straight Up Boogaloo (5:08)

Bonustracks:
09:Rattlesnake Shake (11:58)
10:Yer Blues (4:03)
11:Theotis Toddlinski Outtakes (1:02)
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