Magnum / Princess Alice And The Broken Arrow
Princess Alice And The Broken Arrow Spielzeit: 62:36
Medium: CD
Label: SPV, 2007
Stil: Melodic Hard Rock


Review vom 23.03.2007


Stefan Gebauer
Obwohl ich eigentlich von jeher eher ein Anhänger härterer Klänge bin, hatten Magnum für mich schon immer etwas Magisches. Seit ihrem Jahrhundertwerk "On A Storytellers Night" von 1985 bin ich ein glühender Verehrer der aus Birmingham stammenden Bombast-Rocker. So war meine Trauer groß als sie sich 1996 auflösten.
Umso überraschter war ich, als Magnum 2002 ihre Reunion bekannt gaben. Leider machte sich bei mir große Ernüchterung breit als ich das Comeback Album "Breath Of Life" zu hören bekam, welches Aufgrund des durchschnittlichen Songmaterials und der etwas leblosen Produktion sehr enttäuschte, sodass ich die Band schon wieder abschrieb. Das nachfolgende "Brand New Morning" von 2004, das zwar etwas moderner und weniger pompös als die alten Platten klang, konnte hingegen auf ganzer Linie überzeugen. Nun war die Meßlatte für die nächste Scheibe entsprechend hoch gelegt, und man durfte gespannt sein, ob die Briten den Standard des Vorgängers halten konnten.
Um eines vorweg zu nehmen: Es ist ihnen sogar gelungen, sich noch zu steigern. Insgesamt betrachtet ist "Princess Alice And The Broken Arrow" stellenweise zwar ein wenig ruhiger ausgefallen als der Vorgänger, klingt dafür aber wieder wesentlich bombastischer. Die Songs bewegen sich zu meiner Freude deutlich zurück Richtung Achtziger, als die mittlerweile in Würde gealterten Akteure in ihrer Heimat für ihre Scheiben noch mit Edelmetall ausgezeichnet wurden. Auch für das wunderschöne, stimmungsvolle Covermotiv wurde noch einmal Rodney Matthews engagiert, der bereits die Hüllen von "Chase The Dragon", "The Eleventh Hour" und "On A Storytellers Night" mit seinem einzigartigen Pinselstrich veredelte. Und auch das alte Logo wurde wieder verwendet.
Also 'Back To The Roots'? Naja, fast. Tony Clarkins neue Kompositionen stehen dem klassischen Magnum-Sound jedenfalls näher, als die der beiden Vorgängeralben oder vielen Sachen, die die Band vor ihrer Auflösung vor über zehn Jahren veröffentlicht hat.
Songs wie der gewaltige Opener "When We Where Younger", das radiotaugliche "Dragons Are Real" oder die Gänsehautballade "Inside Your Head" strotzen wieder vor Pathos und Theatralik, was ich seit "Wings Of Heaven" von 1988 bei Magnum etwas vermisst habe. So und nicht anders will ich die Band hören. Diese Nummern haben ebenso das Zeug zu zukünftigen Klassikern wie die beiden tollen Hymnen "Like Brothers We Stand" und "Thank You For The Day" oder das abschließende "You'll Never Sleep".
Man muss wirklich sagen, dass "Princess Alice And The Broken Arrow" über eine wirklich hohe Hitdichte verfügt. Ausfälle sind auf dem ganzen Silberling absolut nicht auszumachen. Einzig das rockige "Be Strong" fällt im Vergleich zu dem anderen Hammerstücken aufgrund des seltsam nervigen Keyboardsounds ein kleinwenig ab, was aber bei elf Titeln nicht weiter ins Gewicht fällt. Die zehn verbleibenden Stücke machen "Princess Alice And The Broken Arrow" zu einem der stärksten Magnum-Alben überhaupt. Anhänger solcher Klassiker wie "On A Storytellers Night", "Vigilante" und "Wings Of Heaven" werden genauso viel Freude an dieser CD haben wie ich. Jetzt bin ich gespannt, wie das neue Material live funktioniert, aber ich denke es wird sich nahtlos in die alten Hits einfügen.
Absolut empfehlenswert!
Line-up:
Bob Catley (vocals)
Tony Clarkin (guitars)
Mark Stanway (keyboards)
Al Barrow (bass)
Jimmy Copley (drums)
Tracklist
01:When We Where Younger
02:Eyes Wide Open
03:Like Brothers We Stand
04:Out Of The Shadows
05:Dragons Are Real
06:Inside Your Head
07:Be Strong
08:Thank You For The Day
09:Your Lies
10:Desperate Times
11:You'll Never Sleep
Externe Links: