Peter Harper / Glass On The Stepping Stone
Glass On The Stepping Stone
Peter Harper ist gebürtiger Engländer (geb. 10.11.1968 in Guildford Surrey), aufgewachsen ist er jedoch in Australien.
Seine ersten musikalischen "Gehversuche" machte er, indem er als Kind anfing, Trompete zu spielen, später jedoch zur Harp "umschwenkte". Fragt man ihn nach seinen musikalischen Einflüssen, dann fallen die Namen früherer Bluesgrößen, wie beispielsweise Howlin' Wolf, Sonny Boy Williamson, Muddy Waters.
Erste Veröffentlichungen von/mit Peter Harper gab es zusammen mit der Band Blue Devil ("Tears Of Ice" 1994, "Yesterday Is Over" 1996). Danach verließ Harper diese Band, bildete eine eigene Formation und firmierte fortan schlicht und einfach nur noch unter dem Namen "Harper".
1997 gab es dann das erste Soloalbum ("Live at the Soup Kitchen"), eingespielt wurde es in seinem eigenen Studio (Harp Studios), und auch mit eigenem Label hergestellt.
In Australien und den USA ist Peter Harper mittlerweile zu einer festen Größe geworden, tourte er doch schon zusammen mit Leuten wie beispielsweise John Mayall and the Blues Breakers, Little Feat oder Robert Cray durch die Lande. Hier bei uns jedoch ist er - und ich möchte sagen, leider - immer noch eher unbekannt.
Das mir vorliegende Album "Glass On A Stepping Stone" war Peter Harpers zweites Soloprojekt und wurde im Jahre 2001 veröffentlicht. Es enthält neben den allgemein üblichen Infos ein achtseitiges Booklet mit allen Songtexten.
Zur Musik:
Auf dem Silberling befindet sich eine Mischung aus Rock und Blues, durch das Spiel von Roger McLachlan an der Bassgitarre ab und an auch mit funkigen Einflüssen. Zudem ist eine gehörige Prise Soul enthalten - und das nicht zuletzt durch Harpers Stimme. Der Mann spielt nämlich nicht nur eine ganz ausgezeichnete Harp, sondern er kann auch sehr gut singen!
Das restliche Line-Up setzt sich wie folgt zusammen:
John Watson: Drums
Dene Ford: Guitars
Mick OīConnor: Hammond und Wurlitzer
Das erste Stück "Never Change The Way She Feels" ist zwar eher etwas langsamerer Gangart, dabei aber mit einem durchgängigen und treibendem Bass gespielt sowie eingängigen Akkordfolgen und sparsam inszenierter Gitarre mit Tremoloeffekt. Das Stück groovt und lässt mich direkt aufhorchen. Es bekommt durch den wirklich starken, leicht souligen Gesang zusätzliches "Leben" eingehaucht und wird durch eine sehr schön und rockig gespielte Harp untermalt. Gefällt mir richtig gut!
"Iīll Miss You" kommt weitaus bluesiger daher - und auch hier gilt wieder: im Vordergrund steht der ein wenig soulige Gesang Peter Harpers, untermalt in erster Linie mit dem Wurlitzer Piano, desweiteren durch eine sparsam und effektiv eingesetzte Instrumentierung. Abgerundet wird das Ganze durch eine klasse gespielte Harpeinlage im Mittelteil.
Mit "Ainīt Love Blind" wird es nach einem Harpintro wieder rockiger, eine geschickt eingesetzte rhytmische Untermalung sorgt für unterschwelligen Druck, dazu gibt es Harpsolos, die es in sich haben.
Ein Höhepunkt ist für mich "Glass On The Stepping Stone". Hier bleibt ein entfernter Vergleich mit Mothers Finest nicht aus. Dieses Stück wird garantiert auf meiner nächsten Fete laufen und nur der drohende Ärger mit der Nachbarschaft hält mich davon ab, den Lautstärkeregler noch weiter aufzudrehen! Toller Gesang, dazu eine fetzige und funkig gespielte Bassuntermalung, da sitzt richtig Druck hinter!
In ähnlicher Manier präsentiert sich auch das Stück "Ordinary Guy". Eine im Vordergrund stehende und funkig gespielte Bassgitarre treibt das Stück zusammen mit dem Gesang Harpers voran.
Dann wieder, bei "Well I Know" liefert sich Peter Harper gewissermaßen einen Schlagabtausch mit sich selber - also seine Stimme mit der von ihm gespielten Harp. Und Harp spielen - das kann er wirklich gut! Dieses Instrument zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album. Und nicht umsonst hat der Mann in seiner Heimat die verschiedensten Auszeichnungen und Awards für sein Harmonikaspiel eingeheimst!
Ein besonders gefühlvolles Stück auf der CD ist "Jennifer". Dabei handelt es sich um eine langsame und sehr melancholische Ballade, Harper singt über seinen Trennungsschmerz zu seiner kleinen Schwester. Melancholische Pianoklänge geben diesem Song eine überaus feierliche Note. Ein tolles Stück, das mir unter die Haut geht.
Insgesamt gesehen ist diese CD für mich eine positive Entdeckung und ich kann sie nur weiterempfehlen - wer die Möglichkeit dazu hat, sollte unbedingt reinhören!
Anspieltipps:
"Never Change The Way She Feels", "Glass On The Stepping Stone", "Ordinary Guy", "Jennifer", wobei auch die anderen Stücke wirklich hörenswert sind.
Zur weiteren Info: Momentan arbeitet Peter Harper zusammen mit dem Hamburger Musiker und Produzenten Achim Griebe an einer neuen CD, die in Kürze unter dem Namen "Distant Unity" erscheinen wird. RockTimes wird dann berichten.
Spielzeit: 45:05, Medium: CD, Full Moon, 2001
1:Never Change The Way She Feels 2: Iīll Miss You 3:Ainīt Love Blind 4:Glass On The Stepping Stone 5:Perfection 6:Itīs My Life 7:Ordinary Guy 8:Well I Know 9:One Time 10:No Problem 11:Jennifer
Peter Rodenbüsch, 15.02.2005