High On Fire / Death Is The Communion
Death Is The Communion Spielzeit: 56:48
Medium: CD
Label: Relapse, 2007
Stil: Doom Metal

Review vom 09.10.2007


Andrea Groh
»High Energy Rock« schreibt die Info, was ich nicht ganz zutreffend finde. Auch wenn es für eine 'Relapse-Band' schon recht rockig zugeht, denn ansonsten tummelt sich auf diesem Label mehr 'Krach' rum. Und dennoch würde ich es eher als Dark Stoner Metal, Death'n'Roll oder 'böser Wüstenwutzenrock' bezeichnen, denn es ist groovig, heavy und rockig, mit einem Schuss Finsternis garniert. Eine sehr interessante und eigenwillige Mixtur, die die Band da auf ihrem nunmehr vierten Tonträger bietet, und die sich im Prinzip einer genauen Kategorisierung entzieht. Mächtig, hypnotisch und düster gefährlich wie ein Voodoo-Ritual - dabei ist es faszinierend und macht irgendwie Spaß. Oberpriester Matt Pike erinnert mit seiner knarzigen Stimme an Motörheads Lemmy. Stellenweise doomen die Gitarren in bester Black Sabbath-Manier vor sich hin. Dann gibt es wabernde und unheimliche Akustikparts, wütende Riffs, das Schlagzeug prügelt meist drauf los, als gäbe es eine Schlacht zu gewinnen.
Wirklich schade, dass bei dem Besprechungsexemplar keine Texte dabei sind, Titel wie "Waste Of Tiamat" versprechen mystische Storys von alten Gottheiten (ich gehe davon aus, dass mit "Tiamat" nicht die Band gemeint ist, sondern die Urmuttergöttin aus dem Zweistromland). Das Cover passt hervorragend zur MySpace-Domain der Band: "Highonfireslays", ein düsteres Fantasy-Meuchelbild. Sensible Naturen sind dann schon mal vorgewarnt.
Kuschelrocker, kopforientierte Progrocker und Anhänger von filigranen sauberen Klängen sollten High On Fire mit Vorsicht begegnen. Nicht, dass die Band etwa mies spielen würde, aber es ist eben Musik, die mehr mit dem Bauch oder noch tiefer gefühlt wird. Gefallen daran könnten finden: Biker, Doomer, Hardcoreler, Rock'n'Roller und alle, die ihren Heavy Metal anständig HEAVY und fett mögen. Fans von Bands wie Motörhead, Down, Black Sabbath, Saint Vitus, Kyuss und/oder
Black Label Society sollten mal reinhören.
Als weitere Richtung gibt die Info außerdem an: Isis, Mastodon, Clutch und Explosions In The Sky. Hier muss ich passen, da ich jene Bands nur namentlich kenne. Außerdem Slayer, was ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Da fand ich den in den Printmedien aufgeführten Vergleich mit Celtic Frost schon passender. Auch wenn die Musik dann doch anders ist, hat sie tatsächlich den Hauch an Finsternis und somit etwas Frostiges. Aber letztlich zelebrieren High On Fire ihre eigene Musik, die sich genauen Schubladen entzieht und das ist gut so. Das Ganze lässt sich nur schwer in Worte fassen, sondern eher fühlen.
Anschalten, laut aufdrehen und genießen, ob mit Headbanging oder Luftgitarre, oder wie auch immer… High On Fire slays!!
Line-up:
Matt Pike (guitar, vocals)
Des Kensel (drums)
Jeff Matz (bass)
Tracklist
01:Fury Whip (6:14)
02:Khanrad's Wall (2:27)
03:Turk (5:03)
04:Headhunter (1:24)
05:Rumors Of War (2:51)
06:DII (3:45)
07:Cyclopian Scape (7:30)
08:Etherial (6:56)
09:Return To NOD (6:18)
Externe Links: