Hart ist's nur in den Tagen ohne Auftritt
JoŽl Fafardr Der mit dem Canadian Western Music Award ausgezeichnete und Juno-nominierte Kanadier JoŽl Fafard beendete seine diesjährige Tournee mit zwei Gigs in Franken. RockTimes-Redakteur Norbert besuchte einen davon in Kulmbach und unterhielt sich mit ihm.



Interview vom 11.03.2008


Norbert Neugebauer
RockTimes: Joel, du tourst nun zum zweiten Mal in Deutschland, aber dein letztes Album "Ö And Another Thing Ö" wurde hier nicht veröffentlicht, warum?
JoŽl: Die hiesige Plattenfirma hatte zwischenzeitlich dicht gemacht, deswegen kam es wohl nicht dazu.
RockTimes: Nach der Tour, die nach dem nächsten Gig zuende ist, kehrst du nach Kanada zurück und hast dann Studiozeit für deine neue CD gebucht. Wann wird sie herauskommen und diesmal auch wieder in Deutschland?
JoŽl: Die Veröffentlichung ist für frühen Herbst geplant, wahrscheinlich gibt es für Deutschland einen neuen Distributor.
RockTimes: Titel?
JoŽl: Mein Geheimnis!
RockTimes: Singst du nun auch auf dieser Produktion?
JoŽl: Ja, die Titel werden abwechselnd mit und ohne Gesang sein.
RockTimes: Die Cover deiner Alben sind mit sehr ansprechenden Gemälden geschmückt, von wem stammen die?
JoŽl: Von meiner Frau Megan Mansbridge (einer malenden Künstlerin und Buchillustratorin, JoŽl Fafard ist übrigens auch bildender Künstler; Anm. d. Verfassers)
RockTimes: Deine letzten Alben wurden für den Western Canadian Music Award nominiert, den "Ö And Another Thing Ö" gewann und auch für den Juno 2007 vorgeschlagen wurde - eine hohe künstlerische Anerkennung. Wie wichtig ist das für einen Künstler in Kanada und wie wirkt sich das für die Karriere aus?
JoŽl: Das hat schon große Bedeutung, man wird bei den Medien bekannter und vor allem im Radio gespielt, was enorm wichtig für die Verkaufszahlen ist. Das Radio hat in Nordamerika noch immer großen Einfluss. Der beste Radiosender der Welt ist übrigens CKUA und der spielt meine SongsÖ

(Anmerkung des Verfassers: Und nun erfuhren auch die Hörer von CKUA live, dass die umtriebigen RockTimer in Deutschland »ihren Freund« JoŽl Fafard interviewt haben und kanadisches Radio hören!)
RockTimes: Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen kanadischer und US-amerikanischer Roots Music?
JoŽl: Nein, das hat alles die gleichen Quellen. Aber kanadische Musiker müssen härter arbeiten!
RockTimes: Wie populär ist Roots Music in Kanada?
JoŽl: Roots Music ist weit verbreitet, allerdings nicht so groß wie Rock oder neuere Richtungen. Es gibt viele Festivals, bei denen Roots Music gespielt wird.
RockTimes: Du kommst aus Saskatchewan, gibt es dort eine spezielle Musik, die in deine einfließt?
JoŽl: Ja, die der Métis, Fiddlemusic; einer der besten Fiddler ist John Arcand, mit dem ich manchmal spiele.
RockTimes: Wie ist der Touralltag in Deutschland und bekommst du etwas von Land und Leuten mit?
JoŽl: Ich habe Freunde in Hamburg, mit denen ich etwas rumkomme. Hier mit dem Auto unterwegs zu sein, ist kein Problem, ich genieße die vielen alten Städte, wie Kulmbach oder auch z.B. Rottweil. Die Leute sind sehr freundlich.
Hart ist's nur in den Tagen ohne Auftritt. Unterwegs schaue ich mich immer um, heute war ich in Kulmbach unterwegs, habe Eis gegessen und die Stadt mit seiner Burg darüber genossen.
RockTimes: In Deutschland spielst du vorwiegend in kleineren Clubs und Musikkneipen, wie dem Desert Pinguin. In welcher Größenordnung sind deine Gigs in Kanada und USA?
JoŽl: Das Desert Pinguin ist in Deutschland die kleinste Location, wo ich auftrete Ö Daheim und in den Staaten spiele ich alle Größenordnungen, auch viel auf Festivals.
RockTimes: Wie unterscheidet sich das Touren in Kanada und hier?
JoŽl: Das ist erstmal ganz anders vom Publikum und den Reaktionen her. Daheim erzähle ich viele Stories zwischen den Songs, aber hier verstehen die Leute meine spezielle Art von Humor nicht. Es funktioniert auch so. In Kanada spiele ich manchmal mit meinem Trio, aber meistens trete ich auch dort solo auf.
RockTimes: Wie schmeckt dir unser Bier?
JoŽl: Ich liebe das Bier hier, vor allem Weißbier und auch Bockbier! (Während des Gigs trank er jedoch nur Wasser, bestellte danach aber sofort ein 'Cellar Beer' und erkundigte sich während des Interviews nach örtlichen 'Micro Breweries'. Als er erfuhr, dass er sich mitten in der Gegend mit weltweit den meisten Kleinbrauereien befand, interessierte ihn das sehr. Da wird wohl mal ein kleine Tour fällig sein, wenn er wiederkommt Ö ;-) Der Verfasser.)
RockTimes dankt Mats, dem Wirt des Desert Pinguin in Kulmbach, für die freundliche Unterstützung.
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