Liam / Record Release Party - 03.07.2014,
Gibson Showroom, Berlin
Liam und Holger
Liam - Record Release Party
Gibson Showroom Berlin
03. Juli 2014
Konzertbericht
Stil: Melodic Rock


Artikel vom 12.07.2014


Holger Ott
Liam Berlin hat schon immer ein Herz für Nachwuchskünstler gehabt und es wird gefördert, was möglich ist. Liam ist ein junger Mann, der in Asien geboren wurde, sich dort - durch seine Eltern unterstützt - bereits in jungen Jahren für Musik interessiert hat, aber in seiner Heimat keine Perspektiven gesehen hat, mit seiner Musik Fuß fassen zu können. Die Familie zieht auch deshalb in den neunziger Jahren nach Deutschland, in die Nähe von Bielefeld - nicht gerade der Nabel der Welt, um musikalisch erfolgreich zu werden. Aus diesem Grund wechselt Liam noch während der Schulzeit in die Hauptstadt, um hier später ein Studium an der Musikhochschule zu beginnen. Die Szene nimmt ihn auf und durch diverse Kontakte wird ihm ermöglicht, eine CD zu produzieren. Soweit der Schnelldurchlauf. Das Ergebnis liegt nun in Form einer EP vor, die im Rahmen einer Release Party in den 'heiligen Hallen' von Gibson vor ausgewähltem Publikum präsentiert wird. RockTimes ist dabei, um Liam auf den Zahn zu fühlen, ihn ein wenig kennenzulernen und seine Musik zu genießen, die sich im Bereich deutschsprachigem Melodic Rock angesiedelt hat. Seine erste Single-Auskoppelung, "Herztattoo", läuft bereits seit Anfang März sehr erfolgreich auf Facebook. Die gleichnamige EP ist ab dem 04. Juni 2014 im Handel und an einer kompletten CD, deren Erscheinungstermin für das Frühjahr 2015 angesetzt ist, wird bereits gearbeitet.
Liam Seit einem halben Jahr ist der Gitarrenbauer Gibson in neue Räumlichkeiten umgezogen. Nur einen Steinwurf vom Hackeschen Markt entfernt, also mitten in der City-Ost, sitzt die Mannschaft dort, wo sich neben Touristenmassen auch die Clubszene in 'Mitte' trifft. Wie auch schon im alten Gebäude, nur jetzt in deutlich größeren Räumen, kann man an sämtlichen Exponaten der Firma vorbei flanieren, dabei signierte Exemplare in Glasvitrinen bewundern und in seinem Kopfkino davon träumen, welche Superstars ihren Schweiß an diversen Les Paul-Customs gelassen haben. Für die Allgemeinheit meist unbemerkt, gehen hier die Stars ein und aus, lassen ihre Schätze reparieren oder treffen sich zum Käffchen, um die neuesten Kreationen des ältesten Gitarrenbauers der Welt zu testen. Natürlich bietet auch hier eine kleine Bühne die Möglichkeit, spontan zu jammen und dabei vielleicht den nächsten Hit zu komponieren.
Liam Auf dieser Bühne steht nun Liam mit seiner Begleitband, um den rund hundertfünfzig Anwesenden zu beweisen, was er auf dem Kasten hat. Bis es allerdings soweit ist, hat der Künstler noch jede Menge Hände zu schütteln und sich um seine Gäste zu kümmern. Vor mir steht ein junger Mann, dem Nervosität und Aufregung auf der Stirn stehen. Ich bin überrascht, habe ich doch mit einem Menschen gerechnet, der einen asiatischen Einschlag haben sollte, aber auf den ersten Blick ordne ich ihn mehr in Richtung Südwesteuropa ein. Man könnte ihn glatt für einen Spanier halten, der völlig klares Deutsch spricht. Auch ich werde persönlich per Handschlag begrüßt und wir haben kurz Zeit, um ein paar Worte zu wechseln. Liam kommt extrem sympathisch und superfreundlich rüber. Ich bedauere es schon jetzt, nicht länger mit ihm plaudern zu können. Der Andrang um ihn ist groß und niemand will übergangen werden. Somit mische ich mich unter das Partyvolk und genieße ein paar alkoholfreie Drinks. Bevor es endlich losgeht, beobachte ihn dabei, wie er sich wirklich um jeden einzelnen Gast kümmert. Ich freue mich auf Live-Musik, wie es der Bühnenaufbau verheißt, doch zuvor läuft nur seine gleichnamige EP über den Rechner.
Liam Vier Songs sind darauf enthalten, inklusive zwei Versionen der Single "Herztattoo". Die Musik klingt sehr angenehm, sehr melodisch, nicht zu aggressiv. Viele Keyboards und die Gitarre von Liam runden die Songs ab. Seine Stimme ist erfrischend und äußerst angenehm, mit einem gewissen Wiedererkennungswert. Unter den Gästen macht sich zuerst etwas Enttäuschung breit, da - wie ich - jeder auf die Band wartet. Kurz vor zweiundzwanzig Uhr greift der Künstler endlich selbst zum Mikrofon und zur Gitarre und ich muss gestehen: Live hören sich die Songs sehr gut an, obwohl am Equipment gespart wird. Heute wird aus Platzgründen elektronisch getrommelt, was sich für meine Ohren immer etwas unnatürlich anhört. Die Drums auf der EP kommen doch deutlich wuchtiger rüber. Dafür legt er noch einen drauf und präsentiert mit "Schlaflose Nacht" einen echten Ohrwurm, der vom Publikum am Ende noch einmal gewünscht wird. Dieses Stück erscheint allerdings erst mit Veröffentlichung der CD im kommenden Frühjahr. Somit ist leider noch etwas Geduld gefragt, was ich persönlich für sehr schade halte, denn der Song hat deutliche Hit-Qualitäten und gehört einfach ins Radio.
Liam Die Party ist recht gelungen, nur hätte für meine Begriffe mehr live gespielt werden sollen. Immerhin hat Liam bereits Erfahrung als Supporter für Frieda Gold. Seine Musik ist sehr gefällig und erfrischend. Die kommende CD wird hoffentlich auf meinem Tisch landen, damit ich sie den Lesern vorstellen kann. Konzerte stehen in den nächsten Monaten ebenfalls auf dem Plan. Die Termine können bereits auf der Webseite von Liam entnommen werden. Hingehen lohnt sich auf jeden Fall und ich kann nur empfehlen, diesen neuen, jungen Künstler im Auge zu behalten. Ich denke, dass er noch eine große Zukunft vor sich haben wird, sofern er - so wie jetzt - bodenständig bleibt und nicht vom Teppich abhebt. Stellt sich nur noch die Frage: Die EP sofort kaufen oder warten, bis die CD erscheint, auf der diese Titel sicherlich ebenfalls enthalten sein werden? Ich empfehle, die EP zu kaufen, denn sie wird wegen ihrer geringen Stückzahl mit Sicherheit eines Tages Sammlerwert haben, abgesehen davon, dass die Musik wirklich hörenswert ist, wie ein kurzer Klick im Web beweisen kann.
Ein Dank an Janine Lerch von Go-On-Promotion und dem Concertbüro Zahlmann für die Einladung.
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