Craving Hands / Duisburg, Ratskeller, 24.11.2001
Nach gerade überstandener Kehlkopfentzündung in Verbindung mit einer Angina, die mich rund eine Woche lahm gelegt hatte, fing dieser nasskalte Tag, bei dem man keinen Hund vor die Tür setzen würde (nicht mal den von meiner Frau mit in die Ehe gebrachten), schon mal mit einem RWE-Sieg recht viel versprechend an.
Durchgefroren aber zufrieden kehrte ich nach Rheinberg zurück, um einige Stunden später erneut wieder auf der A42 durch den niederrheinischen Nieselregen, der an Ausdauer kaum zu überbieten ist, diesmal mit Ziel Duisburg zu fahren.
Die Beschreibung, die mir Sänger Frank Ipach tags zuvor per Mail geschickt hatte, erwies sich als exakt, und so betraten wir ziemlich genau zu Konzertbeginn den Kultur- und Freizeittreff im Hamborner Ratskeller.
Die Bühne, um einen Meter erhöht angelegt, war hell erleuchtet und gut einsehbar, was leider auch von der recht bescheidenen Zuschauerzahl von etwa 40 Leuten begünstigt wurde. In einer dunklen Ecke des Saales, der für ungefähr 200 Leute ausgelegt sein dürfte, war ein kleiner Bereich neben dem Mischpult für die Ausgabe des wohlschmeckenden Getränkes einer Duisburger Brauerei angelegt.
Die Band, die ungefähr 8- bis 10-mal jährlich auftritt, bestätigte den professionellen Eindruck, den ich von ihrer CD "Working Overtime" gewonnen hatte.
Der Sound glasklar, die Musik technisch überzeugend und etwas rockiger umgesetzt, nicht zuletzt ein Verdienst der Vielseitigkeit aller Beteiligten.
Vor allem Olaf Behrends bestach durch sein starkes Gitarrenspiel, das er aber ruhig und zurückhaltend darbot. Sänger Frank Ipach griff mehrfach zur Akustikgitarre, einmal zur Mundharmonika. Auch Lutz Weigang wechselte ständig zwischen Keyboards und der Akustikgitarre, zudem übernahm er bei einem Song den Gesangspart.
Die zwei Stunden, inklusive dreier Zugaben, darin das einzige Coverstück Polk Salad Annie von Tony Joe White, verflogen im Nu, ja sie kamen mir sogar recht kurz vor, vielleicht auch ein Indiz dafür, dass man recht gefangen gewesen sein muss.
Am besten gefielen mir die Songs Light Ahead, Lose My Faith und Lost England, letztgenanntes Lied von ihrer ersten CD mit herrlicher Mandolinenbegleitung von Olaf.
Wermutstropfen dieses, wirklich schönen, Konzertes waren die bereits erwähnte geringe Zuschauerzahl und die dadurch auch bedingte Reserviertheit des Publikums, das größtenteils in meinem Alter war, brav klatschte und auch Zugaben forderte, aber mehr leider auch nicht.
Schade, etwas mehr Enthusiasmus hätte die Truppe schon verdient gehabt.
Danach gab es mit Frank und Lutz, beide im Leben stehende Leute wie du und ich, nicht abgehoben oder gar arrogant wirkend, bei einem Bierchen noch ein bisschen Smalltalk, wobei sie mir noch die Trennung der Band von Backgroundsängerin Ute Wilczewski bekannt gaben, die naturgemäß ja auch beim Gig gefehlt hatte.
Zum Abschluss überreichten meine Frau und ich noch eine kleine Anerkennung, und schon war wieder mal ein netter Abend zu Ende. Guter Fußball (natürlich nur) in Essen, klasse Musik in Duisburg, ein toller Tag fürs Ruhrgebiet.
Vielen Dank an Frank Ipach und die restlichen Hands und ein hoffentlich baldiges Wiedersehen.
Craving Hands / Duisburg, Ratskeller, 24.11.2001
Daniel Daus, 25.11.2001