Wir glauben an unsere Songs...
Im Gespräch RockTimes hatte die Gelegenheit, nach dem Gig von CoraleeMad mit Sängerin Cora Lee und Gitarrist Alex ein paar Worte zu wechseln.


Interview vom 27.06.2008


Mike Kempf
RockTimes: Cora, in Berlin seid Ihr bereits mehr als nur ein Geheimtipp. Immerhin habt Ihr schon zwei bedeutende Preise eingeheimst, den Deutschen Rock & Pop Preis 2006 (Kategorie: Bester Rocksong) und Ihr seid die Preisträger der Deutschen Popstiftung 2007 (Kategorie: Beste Rocksängerin). Welche Auswirkungen haben diese Auszeichnungen auf Euch?
Cora: Diese beiden Preise haben wir auf Gebieten bekommen, die uns selbst auch besonders wichtig sind: Für's Songwriting sowie für die Ausdruckskraft und gesangliche Stärke von mir. Wenn eine fundiert besetzte Jury auf uns zeigt und sagt: »Das war gut, das war sogar sehr gut«, hat man zunächst einen richtigen Energie-Push, einen Moment des Stolzes. Langfristige Auswirkung ist die Bestätigung 'von außen her', dass man auf dem richtigen Weg ist, dass das, was man macht, nicht nur ein Privatvergnügen ist, sondern relevant auch für andere Menschen, für Kollegen oder gestandene Profis aus der Musikszene.
Übrigens gilt das nicht nur für Auszeichnungen und Wettbewerbe, sondern auch für Konzerte, bei denen man unmittelbar die Auswirkungen der eigenen Arbeit in den Gesichtern des Publikums spürt.
RockTimes: Bei Euren Gigs erinnerst Du nicht nur optisch, sondern auch durch Deine ausdrucksstarke Stimme an die Anfänge von Cindy Lauper in den 80ern. Gibt es für Dich dahingehend musikalische Vorbilder?
Cora: Von einem derartigen Vergleich habe ich noch nie gehörtů bin aber überrascht und freue mich. Danke. Überraschenderweise liegen meine Vorbilder in einem ganz anderen Genre. Für mich war schon immer Whitney Houston die Göttin unter dem Sängerinnen-Himmel. Auch wenn's nicht zu der Musik passt, die ich jetzt mache - an der Frau kann man sich einfach 100 Milliarden Scheiben abschneiden. Ob ich rocke, poppe oder indische Trauermusik mache.
[Ähem. Die Red.]
RockTimes: Alex, ist die Entstehung eines Songs von CorleeMad ein Gemeinschaftsprodukt der Band oder wer hat am meisten Einfluss?
Alex: Im Augenblick ist es so, dass es einen kreativen Kern gibt. Wenn der Vergleich nicht vermessen wäre, würde ich sagen, wie Lennon & McCartney bei den frühen Beatles. Fast alle Songs werden von Cora Lee und mir gemacht, wodurch wir in der schönen Lage sind, dass Urheber und Interpret in persona zusammenfallen. In unserer erneuerten Bandbesetzung sind jedoch die Musiker unheimlich taff und so kann man erwarten, dass CorleeMad-Songs durchaus auch von anderen Urhebern innerhalb der Band beigesteuert werden. Einfluss nehmen schon jetzt alle Musiker der Band, da sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Backgrounds sowohl Grundlagen als auch tolle Ideen beisteuern können.
RockTimes: Noch kann man von Euch kein Album erwerben. Das wird aber sicherlich nicht so bleiben. Wie ist der Stand der Dinge?
Cora: Einen Longplayer gibt es nicht, das stimmt. Bislang erschien nur eine E.P. in relativ kleiner Auflage und es gibt eine Reihe von Samplerbeiträgen im In- und Ausland. Außerdem sind mal drei Videos produziert worden und auf DVD erschienen. Zudem haben wir einige Songs von 2006 in Onlinevertriebe wie iTunes und mp3.de gegeben.
Natürlich hätten wir schon eine Menge Titel in irgendeinem Homestudio zusammenschustern und in der Zeit glatt zwei CDs als Hobby pressen können. Das ist aber nicht unser Ziel. Wir wollen unsere Songs richtig 'auf den Punkt bringen' und haben dazu nicht nur im Laufe von zwei Jahren die richtige Band zusammengecastet, sondern auch sorgfältig an den Arrangements und an den solistischen Leistungen gearbeitet. Seit einigen Monaten haben wir einen Produzenten, mit dem wir sehr gut können und mit dem wir peu à peu die Songs für ein Album aufnehmen. Das ist gar nicht so einfach, wenn die Band noch ungesignt ist und keine Plattenfirma für die ganzen Kosten aufkommt. Wir denken aber, dass wir mit einem guten Songangebot kommen und unsere bereits laufenden Verhandlungen mit diversen Plattenfirmen von der guten Vorbereitung profitieren werden.
RockTimes: Abgesehen von Euren Auszeichnungen, gibt es da noch ein weiteres nennenswertes Highlight Eurer noch jungen Karriere?
Alex: Das letzte Highlight ist immer das letzte Konzertů es gibt immer wieder Erlebnisse, die lustig, interessant oder überraschend sind. Zu den interessanten Erfahrungen gehört sicherlich der Auftritt von Cora Lee als Sat.1-Morningstar. Auch das gemeinsame Konzert mit Fools Garden, das uns zu einem kompletten unplugged-Arrangement verführt hat, war eine sehr schöne Erfahrung. Ein tolles Erlebnis war einer der allerersten Auftritte auf einer Riesenbühne beim Brandenburger Wasserfest, wo wir gleich nach den Top Acts praktisch das Nachprogramm bestritten haben und tausende Besucher nach kürzester Zeit unserem Namen skandiert haben. Cora allein hat auch manchmal Seitenaktivitäten als Sängerin oder Moderatorin, auf die sie stolz sein kann, wie z.B. der Auftritt bei der Geburtstagsparty des Berliner Fußballclubs Union, bei der sie in den Fußstapfen von
Nina Hagen trat und - durchaus eigenständig und unter Begeisterung der Zuschauer - die wohl bekannteste ostdeutsche Vereinshymne "Eisern Union" interpretierte.
RockTimes: Am 20. Juni 08 habt Ihr in Berlins Rockclub JWD Eure Visitenkarte abgegeben. Der Berliner Regionalsender OKB hat den Gig mitgeschnitten. Gibt es da schon einen Termin wann der Gig im TV zu sehen ist?
Cora: Ja, die Sendetermine im OKB (Berliner Kabelnetz) stehen bereits fest: am 23. Juni um 10.00 Uhr und am 17. Juli um 23.00 Uhr. Die Sendungen sind teilweise auch unter okb.de als Web-TV zu empfangen. Voraussichtlich wird der Konzertmitschnitt auch noch von anderen Sendern oder Web-TVs übernommen.
RockTimes: Wie gestaltet sich Euer Tourneeplan für 2008? Gibt es sogar Konzerte außerhalb des deutschsprachigen Raums?
Cora: Wie immer, wenn man noch keine CD draußen und kein ausgedehntes Airplay hat, ist das Booking sehr schwer. Wir sind mit 2008 jedoch bislang zufrieden, zumal wir Gelegenheit haben, sowohl die Rockband als auch die daraus abgeleitete Akustik-Variante auf die Bühne zu bringen. Im Ausland sind bislang keine Termine geplant, auch wenn wir gute Kontakte haben. Im vergangenen Jahr haben wir es immerhin bis auf eine Bühne des Sziget-Festivals in Budapest geschafft. Das war übrigens auch eines dieser 'besonderen Erlebnisse'.
RockTimes: Ist es für Euch denkbar, in Zukunft von Eurer Musik zu leben?
Cora und Alex: Ja, und wir arbeiten auch direkt darauf hin. Wir glauben an unsere Songs, trauen uns gegenseitig die Fähigkeiten zu und arbeiten intensiv an dem, was eine bekannte Rockband mit erinnernswerten Songs werden soll.
RockTimes: Gehen die Bandmitglieder noch anderen Projekten nach, oder konzentrieren sich alle auf CorleeMad?
Cora: Klar gibt es auch andere, in der Regel musikalische Projekte der einzelnen Musiker. Aber CorleeMad ist für uns ein echter Schwerpunkt, um nicht zu sagen: Lebensmittelpunkt.
RockTimes: Welche Band, außer Euch, würdet Ihr für meinen nächsten Konzertbesuch wärmstens empfehlen?
Cora und Alex: Also was wir ganz toll finden, ist die Band Hella Donna aus Plauen. Bemerkenswert in Berlin ist Skin Diary. Von den etablierten können wir Fools Garden sehr empfehlen. Die kennt zwar jeder, aber kaum jemand weiß, was für facettenreiche Songschreiber die eigentlich sind.
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