The Spirit Of Sireena Vol. 7
The Spirit Of Sireena Vol 7 Spielzeit: 68:23
Medium: CD
Label: Sireena Records, 2012
Stil: Various

Review vom 11.01.2013


Joachim 'Joe' Brookes
Es ist wieder einmal soweit. Das Label Sireena Records gibt einen aktuellen Überblick der diversen Veröffentlichungen aus dem Jahr 2012. Seit 2000 ist das Label mit seinen Bands und Künstlern in seiner Vielfalt kaum zu überbieten. Selbstredend ist seine Rolle als Zeitreise-Pfadfinder ebenfalls von unschätzbarem Wert.
In diesem Zusammenhang schaffte es die Rockband Bullfrog mit der Wiederveröffentlichung von Second Wind gar, beim Kollegen Markus in der Jahresauswertung 2012 Erwähnung zu finden. Auf "The Spirit Of Sireena Vol. 7" kann man sich durch den Song "I Don't Care" von den Qualitäten der deutschen Combo überzeugen. Dazu schrieb Markus: »Musikalisch zusätzlich mit einem feinen Piano versehen, lockert diese Nummer die Scheibe nicht nur auf, sondern setzt auch noch Akzente.« Eine Rückspiegel-Veröffentlichung ganz anderer Art ist Gewalt ist Schitt von Franz K. aus Deutschland. Das hier aufgebotene Titellied hat einen durchaus akzeptablen Bums, aber insgesamt meinte Kollegin Sabine zum Album unter anderem: »Wer die Platte noch in dunkler Erinnerung, aber nicht mehr im Zugriff hat und über einen Neukauf nachdenkt, sollte vielleicht sicherheitshalber vorher reinhören.«
Solche Gedanken muss man sich bei der PeeWee Bluesgang bestimmt nicht machen. Da weiß der Bluesfan, wo der Hammer hängt und auf vorliegender Zusammenstellung tauchen die PeeWees gleich im Doppelpack auf. Zunächst serviert man dem Hörer den Titelsong des Albums
Boudoir De Luxe, von dem Kollege Mike meinte ... »kommt eher poppig daher und trifft meinen Geschmack nicht ganz.« Ohne Einschränkung kam das Album Live im Jovel durch die Qualitätskontrolle. Mit einem schönen Spritzer Rock'n'Roll versehen, gibt es in "I'm On The Lonley Road" Feinkost der Band.
Der Österreicher Arik Brauer bietet uns am Ende der mit über achtundsechzig Minuten sehr gut gefüllten Compilation einen doch etwas kuriosen Abschluss, zumindest, was die sonstige Ausrichtung der Musik angeht. Arik Brauer ist nicht nur Musiker, sondern auch Maler, Grafiker und Dichter. "Zahln wird der Brauer" vom Tonträger "Motschkern is G'sund" ist im wahrsten Sinn des Wortes Folklore aus den Alpen, verziert mit akustischer Gitarre und Geige. So fordert der musikalische Spagat des Labels den Hörer. Aus meiner Sicht ist die Arik Brauer-Kostprobe extrem, weil sie doch sehr vom Gebotenen abweicht.
Hingegen ist der Opener gleich eines der Highlights des Samplers. Tribute macht durch "Ice Breaker" einen nachhaltigen Eindruck. Melodisch-rockend geht es mit dem Instrumental mächtig los. Die Keyboards sind überall und um es wörtlich zu nehmen ... "Ice Breaker" bricht das Eis. Eine solche Wirkung hatte Live In Hamburg – The Fabrik Concert 1973 von der Edgar Broughton Band auch auf den Bluesbruder Jürgen. Den hier zu hörenden Track "Love In The Rain" hat er in seiner Rezension zwar nicht explizit erwähnt. Aber sein Fazit zum gesamten Album sagt alles aus: »Mit "Live In Hamburg" ist eine Rarität der Rockgeschichte aus der Versenkung aufgetaucht, mit der wohl niemand rechnen konnte. Hoffentlich kommen noch viele solcher Schätzchen aus längst vergangenen Tagen an die Oberfläche.«
Wenn die Synthesizer auf Volllast gestellt sind und sphärische Klänge die vier Wände füllen, dann geht es definitiv um Mythos. Von diesem Stephan Kaske-Projekt sind zwei Tracks auf der Platte. "Nurse Robot" stammt von Quasar. Zu dieser Nummer äußert sich Markus wie folgt: »Futuristische (Tag-?)Traumlandschaften treffen immer wieder auch auf eine impulsive wie starke Gitarre.« "Heart Of The Action" ist auf Surround Sound Ecolution enthalten und auch von diesem Album war Markus begeistert, denn es ist Musik, »die beileibe keinen internationalen Vergleich zu scheuen braucht. Ich wage sogar zu behaupten, dass Kaske diesbezüglich weltweit kaum jemand das Wasser reichen kann.«
Die Platte Women And Children First der Rock'n'Blueser Ancient Grease hatte unser Ulli unter der Lupe. Er schrieb: »Die Mischung aus schwerem Blues Rock, psychedelischen Anleihen [...] und angenehmem, (Sechziger Jahr-) Psycho Pop mit Hitpotential [...] ist erstaunlich.« So angetan ist man letztendlich auch vom "Eagle Song". Den Rock, gepaart mit einem Funken Funk und richtig guten Bläserarrangements, vertritt die Family 5. Die Trompete soliert und die Gitarre serviert bodenständige Riffs. The Electric Family ist eine weitere Familie, allerdings mit einer anderen Ausrichtung. Ruhig und weit vom Boden entfernt verleiht man "Airchild" zunächst Flügel. Dann gleiten die Musiker in den Rock und keine Sprache kann das Album Ice Cream Phoenix - Resurrection deutlicher ins Licht stellen, als eine Tipp-Grafik, die Ulli der Scheibe gegeben hat.
Erdig rockend geht das, wie Steve in seiner Rezension zu Faithful Breaths
Rock Lions – Hard Breath feststellte »heftig 'riffende' und mit schönen Double-Leads ausgestattete "Riding To Mongolia"« zu Werke. Neben der Edgar Broughton Band ist Bad News Reunion ebenfalls mit einem Livetrack am Start. 1997 kam Just One Night (Live) auf den Markt und "Tears" »zeigt, dass das berühmte Händchen für das Songwriting vorhanden ist. Packend, rockig und mit einer starken Hookline wird dem Hamburger Publikum eingeheizt,« meinte Ulli. Überhaupt begeisterte ihn Zzebras Same: »Ob nun Afro Prog oder Prog Jazz ... eine starke, schwarze Scheibe.« "Amuso Fi" hat von beiden Stilen etwas im Gepäck.
Der Label-Sampler "The Spirit Of Sireena Vol. 7" erweist sich als eine wahre Fundgrube für den aufgeschlossenen Musikfan.
Tracklist
01:Tribute – Ice Breaker (5:25)
02:Family 5 – Lauf der Zeit (3:24)
03:Ancient Grease – Eagle Song (4:56)
04:Bullfrog – I Don't Care (4:27)
05:Mythos – Heart Of The Action (4:50)
06:The Electric Family – Airchild (8:07)
07:Faithful Breath – Riding To Mongolia (2:50)
08:Edgar Broughton Band – Love In The Rain (7:06)
09:Mythos – Nurse Robot (3:22)
10:PeeWee Bluesgang – Boudoir De Luxe (3:37)
11:Bad News Reunion – Tears (4:32)
12:Zzebra – Amuso Fi (5:19)
13:Franz K. – Gewalt ist Schitt (4:12)
14:PeeWee Bluesgang – I'm On The Lonely Road (3:16)
15:Arik Brauer – Zahln wird der Brauer (3:14)
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