Neal Black & The Healers / 18.04.2012, Blues Moose Café , Groesbeek (NL)
Blues Moose Café
Neal Black
Blues Moose Café, Groesbeek (NL)
18. April 2012
Konzertbericht
Stil: Blues Rock


Artikel vom 24.04.2012


Joachim 'Joe' Brookes
Neal Black & The Healers Wieder war ein Spitzenmusiker zu Gast im BluesMoose Café. Neal Black & The Healers gastierten in der Café Bar De Comm. Der Texaner ist auf einer ausgedehnten Tour in Norwegen, Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz unterwegs. Seit Jahrzehnten bereichert er den Blues mit seinen Alben und die Live-Auftritte sind immer wieder ein Genuss. Seine Musik ist vielfältig, aber immer vom 12-Takter geprägt. In seiner langen Karriere hat er schon mit sehr vielen Musikern zu tun gehabt. Auf seiner Visitenkarte befinden sich Leute wie Chuck Berry, Dan Baird, The Chamber Brothers, Jimmy Dawkins, Johnnie Johnson, Mike Lattrell, Lucky Peterson, Popa Chubby, John Sebastian oder Van Wilks.
Neal Black & The HealersNachdem man schon einige Touren miteinander bestritten hatte, war das Zusammenspiel der drei eingefleischten Musiker perfekt. Neal Black war eher der unspektakuläre Vertreter der Gitarren-Gilde. Er benutzte die Bühne nicht als zigfache Gelegenheit für Show-Einlagen. Seine Qualitäten offenbarte der erfahrene Blueser auf der Gitarre und am Mikrofon. Da durfte der Zuschauer schon mit großer Freude die Fingerfahrten auf dem Sechssaiter bewundern. Black bestach durch eine enorme Lockerheit und seine Rhythmusabteilung mit Kris Jefferson (Bass) sowie Vincent Daune am Schlagzeug war bestens aufgelegt. Mit Fug und Recht konnte von einem Power-Trio die Rede sein.
Höchst abwechslungsreich spielte man sich durch eine Setlist, die es absolut in sich hatte. Nach einem ausgedehnten instrumentalen Opener, in dem Black schon einige seiner Feinheiten aufblitzen ließ, gab es beste Unterhaltung mit dem Titel "Poor Boy". Oh Mann, welch ein Gesang! Da lief einem ein Schauer nach dem anderen über den Rücken und auf den Armen war Gänsehaut angesagt. Neal Black hat eine tief-raue Stimme, die man aus hunderten heraushört.
Neal Black & The HealersGleich danach begann eine herrliche Zitatensammlung, die mit
Robert Johnsons "If I Had Possession Over Judgment Day" ihren Anfang nahm und im Laufe des Gigs durch viele Eigenkompositionen aufgelockert wurde. Da war viel Feeling in der sehr individuell geprägten Black-Interpretation drin. Der Protagonist holte im Mittelteil zu einem herrlich langen Solo aus und dann war Rock'n'Roll à la Neal Black angesagt. Obwohl sich der Gitarrist zwischendrin einen Schluck eisgekühlten Whiskey gönnte, hieß das Stück "Chicken Shack Cognac". Von der vortrefflichen Rhythmusabteilung angetrieben, gab es nicht nur bei diesem Song mächtig viel Fußwippen-Einsatz. Kris Jefferson zeigte, was er drauf hatte. In seinem ersten Solo auf den dicken Saiten servierte er dem Publikum einen wahren Geniestreich am geslappten Tieftöner. Hammer!
Nach dem Rock'n'Roll gab es den hymnenhaft-glänzenden Gospel-Song "I'll Fly Away" auf die Ohren. Die Ballade wurde mit wunderschöner Gitarrenarbeit verziert und das herrliche Wechselbad der Nummern ging gleich mit dem Titelsong seines Albums aus dem Jahr 2007 weiter. Bei aller Klasse der anderen Stücke war "Handful Of Rain" ein Highlight des Auftritts. Mit einem klasse Sechssaiter-Boogie und infizierendem Groove rockte die Combo das Hause. Auch hier war festzustellen, mit welcher Lockerheit in den Fingern sich Black den Zuschauern präsentierte.
Neal Black & The HealersWow, die nächste Cover-Nummer hatte es auch in sich! Bo Diddleys "Who Do You Love" entwickelte sich zu einer echten Session. Blacks Klangspielereien wurden durch Wah Wah-Aktionen begleitet, Bass sowie Gitarre präsentierten sich in einem unglaublichen Twin-Sound und es gab noch ausreichend Platz für Improvisationen mit Southern-Geschmack. Dann gönnte sich Black eine Pause, griff nach der Zigarettenschachtel und verschwand nach draußen. Es war Zeit für Kris Jefferson. Mit lockerer Hintergrund-Begleitung von Vincent Daune haute der Bassist ein gefühlt achtminütiges Solo raus. Hammer! Zwischen knallhart, "Smoke On The Water" von Deep Purple und butterweich hatte der Mann alles auf der Farbpalette eines hinreißenden Alleingangs. Ein Ohrenschmaus, der den Szenenapplaus absolut verdiente.
"Neal Black & The HealersPink Chainsaw Boogie" war ein weiterer besonderer Track, weil sich das Trio ausgelassen im Country-Genre tummelte. Hier hatte Vincent Daune sein Solo. Dann wanderte man zurück zum muskelbepackten 12-Takter-Rock und vor der Zugabe inszenierte der Dreier einen wunderschönen Slow Blues mit dem Titel "Built For Comfort". Bis zum Schluss mussten die Zuschauer warten, um mitzuerleben, wie Black das Bottleneck in Betrieb setzte. Das Konzert begann und endete mit einem Instrumental. Der Frontmann ließ seine Slide-Gitarre die Geschichte erzählen.
Neal Black hat im Laufe seiner Karriere schon mit vielen Musikern zusammengespielt und auch die auf Rhythmus-Fraktion kann auf viel Erfahrung zurückblicken. Unter anderem haben sie mit Luther Allison sowie seinem Sohn Bernard gespielt und Popa Chubby steht ebenfalls auf deren Liste. Bei Neal Black & The Healers ist ein Konzertbesuch immer lohnenswert.
Line-up:
Neal Black (guitar, vocals)
Kris Jefferson (bass)
Vincent Daune (drums)
Neal Black & The Healers Neal Black & The Healers Neal Black & The Healers
Neal Black & The Healers     Neal Black & The Healers     Neal Black & The Healers
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