Wir lieben Metal mehr als Geld, drum sind wir auch keine Boygroup geworden.
Rocktimes Interview Gitarrist Rasmus von The Burning erzählt über die Liebe zum Metal und dass Boygroups mehr Geld verdienen.


Interview vom 21.03.2009


Jens Groh
Unsere nördlichen Nachbarn sind ja bekannt dafür, recht derbe Bands hervorzubringen. Hoffen wir mal, dass wir nicht auch so derbe Antworten bekommen.
RockTimes: Ihr distanziert euch ausdrücklich vom so genannten 'Euro-Thrash' mit seinen cleanen Refrains. Eure Vorbilder sind wohl eher in den US of A zu suchen, richtig?
Rasmus: So ist es. Wir stehen auf Bands wie Testament, Metallica, Megadeth, Slayer usw. Mit denen sind wir quasi aufgewachsen und das hat uns mit Sicherheit beeinflusst.
RockTimes: Es ist ja ganz besonders in Schweden sehr in Mode gekommen, doppelläufige Gitarren, ganz in Stile Iron Maidens, zu verwenden. Euer Sound hingegen enthält nur eine Gitarre, wie kam es zu dieser Entscheidung?
Rasmus: Na ja, das ergab sich so. Mir gefällt das auch, weil wir den Bass kreativer einsetzen müssen. Ich bin der einzige Gitarrist und somit ist die Bassgitarre bei uns genau so wichtig. Hinzu kommt, dass dieser Twin Gitarren-Sound auch nicht zu uns passt. So wie es ist, ist es perfekt für uns.
RockTimes: Worin geht es in euren Texten, sind diese auch so Hardcore beeinflusst?
Rasmus: Nein, eher von dem was um uns herum passiert, aus dem Leben gegriffen sozusagen. Unsere Texte sind sehr ehrlich und Sänger Johnny steht dazu. Sie bedeuten ihm etwas, was ich gut finde.
RockTimes: Euer Cleangesang erinnert mich sehr an den jungen Henry Rollins zu Black Flag-Zeiten, eine angenehmere Variante wie die oft bei Metal-Core und Co. benutzten Brüll-Vocals.
Rasmus: Hmm, ich bin nicht ganz sicher was du meinst. Ich höre keine clean vocals in unserer Musik. Meiner Meinung nach haben wir einen coolen Mix aus Schreien, Brüllen und Growls. Auf keinen Fall 'Hubba-Bubba-Clean-Vocals'. Aber Johnny hätte sicher keine Probleme mit Henry Rollins verglichen zu werden.
RockTimes: Ich hab euch in meiner Rezi zu Rewakening stellenweise mit euren Landsmännern Illdisposed verglichen - sozusagen die Light- bzw. Corige-Version der Assi Deather. Könnt ihr mit solchen Vergleichen leben?
Rasmus: Wir kommen sogar aus der gleichen Stadt wie Illdisposed - vielleicht ist dort etwas im Wasser, was uns ähnlich klingen lässt. Der Gedanke, dass wir gleich oder ähnlich klingen, ist mir selbst noch nicht gekommen. Aber wenn du das so siehst, freut mich das, denn ich mag Illdisposed sehr.
RockTimes: Ihr habt im Kohlekeller-Studio aufgenommen, warum dort?
Rasmus: Es ist klasse, mit diesem Typ zu arbeiten und wir hoffen auf eine Fortsetzung. Wir wollten einen knackigern, frischeren Sound, als auf unserem Debüt "Storm The Walls". Wir hörten uns Aufnahmen von verschiedenen Bands an und die, die uns vom Sound her zusagten, wurden von Kohle produziert. Wir teilten ihm mit, wie wir uns den Sound vorstellten und er versprach uns, unsere Vorstellung umsetzen zu können. Ich liebe "Rewakening", da klingt nichts poliert, wie man es sonst heutzutage so oft vorgesetzt bekommt.
RockTimes: Mit euch, Illdisposed, Hatespere und Volbeat sind ja die großen Bands im harten Bereich ziemlich erfolgreich, wie sieht es im Underground aus? Was gibt es dort zu vermelden?
Rasmus: Ich würde uns mit diesen Bands nicht auf eine Stufe stellen, aber geil, wenn du uns da siehst, hehe. Es gibt viele dänische Bands, von denen ich glaube, dass man in den nächsten Jahren auf sie aufmerksam wird. Dänemark ist ein kleines Land, aber wir haben viele starke Bands zu bieten. Auch im Undergound gibt es viele Talente.
<RockTimes: Ihr seid als beste Live Band ausgezeichnet worden, erfüllt einen so was mit Stolz, oder geht euch das eher am Arsch vorbei?
Rasmus: Ja, saustark, den Award zu gewinnen - übrigens ein Award, bei dem die Fans gevotet haben, was ihn besonders wertvoll macht. Wir sind auf jeden Fall sehr glücklich, ihn gewonnen zu haben. Eigentlich hatte ich, bei der Konkurrenz, nicht damit gerechnet, aber manchmal wird man eben positiv überrascht. Aber unsere Intentsion hat sich nicht geändert: Wir wollen starken Metal machen und gute Shows abliefern, nicht spielen, um Awards zu bekommen. Aber es ist natürlich schon toll, so ein Feedback zu bekommen. Besser, als andersrum.
RockTimes: Ihr wart ja auch auf Tour mit den eben erwähnten Illdisposed und die Jungs um Bo Summer sind ja dafür bekannt, des Öfteren mal nicht ganz nüchtern auf die Bühne zu gehen. Seid ihr da genauso drauf, bzw. wenn ihr so Schluckspechte wie Illdisposed seid, wie sieht es mit Bier aus Germany aus, lecker oder?
Rasmus: Was andere tun, interessiert mich wenig. Wichtig ist, dass sie jeden Abend einen tollen Gig spielten. Deutsche Bier? Na klar, das ist lecker - Becks mag ich sehr.
RockTimes: Erzählt doch mal was vom Tourleben mit seinen Ups and Downs.
Rasmus: Es ist fast unmöglich zu beschreiben, was touren bedeutet. Dein komplettes Leben wird auf den Kopf gestellt. Du fährst mit 20 anderen im Bus durch die Gegend. Abends gibt es manchmal Partys. Es ist natürlich auch toll, weil man viel zu sehen bekommt. Nach dem Aufstehen geht es zum Auftrittsort und da steht Kaffee, Essen und Bier - cool. Und auswärts vor Leuten zu spielen, hat auch was. Das macht schon Spaß und wir hoffen auch dieses Jahr wieder zu touren. Sicher gibt es auch weniger Schönes. Wie im richtigen Leben gibt es Hochs und Tiefs. Aber mit den Tiefs will ich dich nicht langweilen, zumal die schönen Seiten überwiegen.
RockTimes: Zielt ihr darauf ab, von eurer Musik leben zu können, oder soll es nur ein sehr großes Hobby bleiben?
Rasmus: Von dieser Art Musik zu leben ist fast unmöglich und daran denken wir auch nicht. Natürlich hatten wir Träume und Hoffnungen... bevor wir die Szene und die Musikindustrie kennen lernten. Aber man wird schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Wir lieben Metal und wollen auch nichts anderes spielen. Je früher du lernst, dass Geld nicht alles ist, desto besser ist es. Wenn Geld im Vordergrund steht, muss man eine Boygroup gründen, oder so.
Wir spielen was uns gefällt und das wollen wir so lange als möglich auch so beibehalten. So lange, wie es uns Spaß macht.
RockTimes: So ich hau euch jetzt noch ein paar Namen und Begriffe um die Lauscher, mal sehen was ihr damit anfangen könnt... Auf geht's:
Tattoos:
Rasmus: Ich hab ein paar und ich mag sie. Es ist eine schöne Möglichkeit sich selbst auszudrücken.
RockTimes: Street-Credibility:
Rasmus: Gut, wenn man sie hat.
RockTimes: Veganismus:
Rasmus: Wenn du darauf stehst, cool. Für mich ist das nichts.
RockTimes: Steaks:
Rasmus: Ich liebe Steaks, mit etwas Salat
RockTimes: Amerika:
Rasmus: Vor ein paar Jahren war ich mit Johnny in L.A. Hat uns sehr gefallen und wir haben nette Menschen kennengelernt. Man darf ein Land nicht danach beurteilen, was man in den Nachrichten darüber erfährt.
RockTimes: Obama:
Rasmus: Du meinst sicher den neuen Präsidenten der USA. Scheint ein Guter zu sein.
RockTimes: Death Metal:
Rasmus: Einges davon mag ich.
RockTimes: D.A.D:
Rasmus: Eine der besten dänischen Live-Bands. Die sind echt klasse
RockTimes: Dann danke ich dir im Namen von RockTimes fürs Rede und Antwort stehen.
Rasmus: Gern geschehen und immer wiederů
Unser Dank geht an Tom von Massacre, der uns das Gespräch mit Rasmus ermöglicht hat.
Our northern neighbors are well reputed for rough bands. Let's hope that we do not receive to much rough answers.
RockTimes: You renounce explicitly from the so called 'Euro Trash' with its clean vocals. Guess your paragons are rather located in the USA, aren't they?
Rasmus: Yeah I guess. We all like Testament, Metallica, Megadeth, Slayer and so on. So I think that growing up listening to those bands kind of shines through in the way we write music.
RockTimes: The use of double guitar force in the manner of Iron Maiden has become the fashion especially in Sweden. How come that you decide to use one guitar?
Rasmus: It just came natural for us. And I like that we have to be a lot more creative with the bass because I am the only guitar player in the band. The bass is just as important as the guitar to us. Plus all that twin guitar stuff really isn't our style. It just works great for us this way.
RockTimes: What about your lyrics, are they influenced by Hardcore as well?
Rasmus: No they are influenced by all the stuff that goes on in our lives and the world we live in. They are very honest and they actually mean something to Johnny (vocals). I think it is cool that what he sings is important to him.
RockTimes: When hearing the clean vocal-parts, the young Henry Rollins at the time with Black Flag comes into my mind. To me this sounds much better than the scream vocals generally used in Metal Core and co.
Rasmus: Ok - I'm not sure what you mean. I can't hear any "clean" vocals in our music? I think we have a cool yelling/screaming/growling mix - but no "hubba-bubba-clean" vocals. When that is said I'm sure that Johnny wouldn't mind being compared to Henry Rollins.
RockTimes: In my Rewakening review I compare you in some places with your fellow-countrymen Illdisposed. Quasi a light- or Corige-version. Can you deal with such relations?
Rasmus: We actually come from the same town as Illdisposed so mayby there is something in the water here that makes us sound similar? I never really thought we sound like them - but if you think so then great, I like Illdisposed a lot.
RockTimes: You did record at Kohlekeller Studio. How comes that?
Rasmus: He is just an amazing guy to work with and we hope to work with him again. We wanted a more crisp and "open" sound than on the debut ""Storm The Walls"". And we listened to all kinds of bands to figure out what sound we could relate to. And on some of the stuff we liked - Kohle was the producer. So we talked back and forth with him for a while and agreed that he could make us sound the way we had imagined - and he did. I love the production on "Rewakening" - not as 'polished' as many other things you hear today.
RockTimes: With you, Illdisposed, Hatespere and Volbeat the big names of the hard genre are kinda successful. What about the Danish Underground scene? Any news from there?
Rasmus: Oh I wouldn't put us up there with those bands. But it is great if you think we belong there, he he. There are many bands in Denmark that will be noticed in the next years I think. A lot of talent in the underground for sure. We are not a big country but we have some really great bands here.
RockTimes: You've been awarded as the best Live-Band. Does it make you proud or do you rather give a shit about that?
Rasmus: It was cool to win that award - it is a "peoples vote" award, so that makes it a little more cool. It is actually people who have seen you live that votes. So yeah we were happy to win it - didn't expect it at all with the competition - but what do you know, sometimes you get surprised. It doesn't change anything though - we are not playing music to get awards on the book shelve - but to make great metal and play shows. Always nice to get positive feedback for what you - more fun than the other way around.
RockTimes: The Illdisposed guys around Bo Summer which you just toured with are not known for playing sober every night. Are you just as well sometimes or if you're not that kind of boozers, what about beer in Germany? Tasty isn't it?
Rasmus: I don't put my nose in other peoples things - all I know is that they played great every night on tour. German beer is alright. I like Becks a lot.
RockTimes: Let our readers know about living on tour with all the ups and downs.
Rasmus: Well it is almost impossible to explain what touring is like. It really is everyday life turned upside down. You are traveling in a bus with almost 20 people - and after the shows there are some partying going on. The ups is that you get to see a lot of places and when you wake up you just go into the venue and there is food, coffee and beer - great. And playing in front of people that live far away from you is always exiting. It is just a lot of fun. I hope we get to it again this year. The downs - well there is ups and downs about everything but I am not going to bore you with that - since there is way more ups.
RockTimes: What is your intention behind making music? Is it target to live from it or shall it remain as big hobby?
Rasmus: The chance to get to live on playing this kind of music is almost impossible. It is not something we think about. Before we had any experience with the whole music scene/industry and so on - we had of course some dreams and hopes. But you soon learn that it is a completely other thing. We play metal because we love it and couldn't imagine playing anything else. And the sooner you learn that the money is not big the better. If you aim to earn a lot of money you should play some other music - maybe join a boyband or something. So our intention is to play and make music for as long as possible and just have some good times playing the music we like. And as long as it is fun we continue.
RockTimes: Let's do some quickies and I'm wondering what you throw back.
Tattoos:
Rasmus: Got some - and I love them. I think it is a cool way to express yourself.
RockTimes: Street-Credibility:
Rasmus: Is a good thing to have.
RockTimes: Veganism:
Rasmus: If it is something for you - great. It is not for me.
RockTimes: Steaks:
Rasmus: Love a good steak - with some salad on the side.
RockTimes: America:
Rasmus: I went to LA with Johnny a few years back - it was cool. Met some really nice people. You should't judge a country from what you see on the news.
RockTimes: Obama:
Rasmus: I'm guessing you mean the new president of USA? He seems like a good man.
RockTimes: Death Metal:
Rasmus: Like some death metal.
RockTimes: D.A.D:
Rasmus: One of the best livebands in Denmark - they are amazing.
RockTimes: You're released and many thanks for answering my questions.
Rasmus: No problem at all - anytime.
Thanks to Tom from Massacre, who set uo the interview with Rasmus.
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