The Brandos
13.12.2006, Theaterhaus, Stuttgart
Theaterhaus Stuttgart The Brandos
Theaterhaus, Stuttgart
13. Dezember 2006
Konzertbericht
Stil: Tex-Mex Rock


Artikel vom 19.12.2006


Jürgen B. Volkmar
The Brandos The Brandos in Stuttgart - zur Präsentation ihres neuen Albums Over The Border, mit der die Gruppe wieder einmal mehr unter Beweis stellte, dass sie live eine echte Größe darstellen. Roots Rock, Tex Mex oder schlicht und einfach nur - Rock, den Zuschauern wurde ein Gitarrenmenü in seiner besten Form präsentiert.
Locker mit ihren Instrumenten in der Hand betreten die vier Musiker um Frontmann Dave Kincaid bestens gelaunt die Bühne. Gegründet 1986 in New York, benannt nach Schauspieler Marlon Brando, dessen Film "The Wild One" sich nachhaltig auswirkte.
The Brandos Meilenweit entfernt vom Pop-Einheitsbrei machen die Brandos intelligenten und frischen Powerrock. Ohne lange Wartezeit folgen Klassiker wie "Fight For Love" oder "Pass The Hat".
Unprätentiös weiß Sänger Kincaid die kurzen launigen Ansagen zu setzen. Der Gitarrenrock, dessen Texte teils autobiografisch sind, entfaltet sich in einer Mischung aus vitalen Rockern und teils wehmütigen, mit leichtem Country-Einschlag infizierten Stücken. Rau und erdig gibt die unverwechselbare Stimme jedem einzelnen Lied die markante Note.
The Brandos "The Only Love I Can Get" und "She's The One" vom neuen Album wechseln von satten Tönen in Surfgefilde, mit der die Gruppe einmal mehr ihre beeindruckende Stilvielfalt offenbart. Unterstützt von ihrer stetig wachsenden Fangemeinde, die von Anfang an mit Gesang und frenetischem Applaus die Leistungen auf der Bühne abfeiert.
Multiinstrumentalist Kincaid, gekleidet in schwarzer mexikanischen Bolero-Jacke, zeigt Glanzleistungen seiner instrumentalen Kunst. Fingerfertig werden die Töne virtuos aus der Gitarre gezaubert. Mal mit Slide-Einlage oder hart rockend kommen Balladen oder Up-Tempo Rocker, perfekt in vollkommener Harmonie aus den Lautsprechertürmen. Bassist Ernie Mendillo, ständig in Bewegung, demonstriert an seinem Bass pochende Bassläufe, die den dunklen Kontrast zu den frischen Gitarrenleads bilden.
The Brandos "Gunfire At Midnight" hält die Emotionen mit treibenden Gitarrenriffs und hymnenartigen Gesängen am Kochen. Knackige Drums bilden das Grundgerüst zu den typischen Refrains und mehrstimmigen Gesängen, die eine der wesentlichen Stärken der New Yorker sind. Aber was wäre ein Konzert ohne einen Ausflug in die irische Welt vergangener Jahrhunderte? Den passenden Spielraum bietet das Traditional "The New York Volunteer", bei der die E-Mandoline ihre folkloristische Wirkung voll entfalten kann. Das gilt auch für das Publikum, das in einer ausgelassenen Stimmung, die jedem irischen Pub zur Ehre gereicht hätte, sich tanzend in einen Taumel der Begeisterung reißen lässt.
The Brandos "Over The Border" und "Let It Go", beide ebenfalls neu im Programm, kommen frisch und knackig wie aus einem Guss. Mit dem nachfolgenden Cover von Quicksilver Messenger Service, "Dino's Song", werden die Fahnenträger des Pure Rock weiter im emotionalen Ausnahmezustand gehalten.
Nach drei Zugaben wurde ein grandioses Konzert beendet - stimmgewaltig und technisch brilliant gespielt - der anhaltende Jubel der Fans spricht eine deutliche Sprache, herausragende und hypnotische Musik - mit eigener Identität.
The Brandos haben sich hervorragend präsentiert.
Playlist
01:Fight For Love
02:Pass The Hat
03:Keeper
04:Turn Away
05:The Only Love I Can Get
The Brandos 06:Anna Lee
07:The Other Side
08:She's The One
09:Triangle By Fire
10:Gunfire At Midnight
11:Tell Her
12:N.Y. Volunteer
13:Solution
14:Walking Home
15:Over the border
16:Let It Go
17:Gettysburg
18:Can't Go Home
19:Warrior's Son
20:Nothing To Fear
21:Dino's Song
22:Siege
23:Tambourine
24:Light Of Day
Bilder vom Konzert
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