Avalanche Quartet / 17.01.2010, Cultureel Podium Roepaen, Ottersum (NL)
Cultureel Podium Roepaen Avalanche Quartet
Cultureel Podium Roepaen, Ottersum (NL)
17. Januar 2010
Stil: Acoustic Music


Artikel vom 22.01.2010


Joachim 'Joe' Brookes
Avalanche QuartetEs kommt sehr selten vor, dass Henk Hofstede innerhalb relativ kurzer Zeit für ein zweites Konzert zurückkommt. Beim Roepaen verhält es sich anders.
So durfte der Nits-Frontmann mit seinem Avalanche Quartet abermals das Publikum in der ausverkauften Kapelle des ehemaligen Klosters begrüßen. Nicht alle Besucher fanden einen Sitzplatz und bei einem Konzert, in dem es um die Songs von Leonhard Cohen ging, waren Gefühle und im Allgemeinen ruhige Musik angesagt.
Hank Hofstede sparte nicht mit fundierten Hintergrundinformationen und war, wie es nun einmal seine Art ist, auch zu dem einen oder anderen Scherz bereit.
Selbst eine sich spontan ergebende Situation konnte er zu einem Joke nutzen.
Irgendwann ging, wirklich leise, während eines Songs ein Alarm in der Kapelle los. Es hätte sich auch um einen Klingelton eines Handys handeln können. Die Zuständigen auf Roepaen reagierten schnell, aber noch schneller war Hofstede mit seinem Kommentar, der frei übersetzt meinte »Leider nicht die richtige Tonart...«
Was das hochkarätig besetzte Quartett aufbot, war wieder einmal Unterhaltung aus der musikalischen Oberklasse.
So war dieser Gig nicht einfach nur ein Abklatsch des ersten Konzerts auf Roepaen.
Avalanche QuartetAlleine schon das Eröffnungsstück "Why By The Fire" sorgte umgehend für pure Gänsehaut.
Neben den beeindruckenden Leistungen an den dicken sowie dünnen Saiten und dem Flügel, an dem sowohl Hofstede als auch Pim Kops während des Auftrittes Platz nahmen, konnte sich letztgenannter Musiker über Arbeit nicht beklagen.
Ob es das Akkordeon oder die Mundtrommel war, Kops sorgte durch den vielfältigen Einsatz seiner Instrumente für die perfekten Arrangements der Cohen-Lieder.
In einem Track spielte er zwei Arbeitsgeräte gleichzeitig. Einerseits war es das Cajon, andererseits sorgte er mit den Keyboards für feinstes Flair.
Mit dem Akkordeon kam der Tango ins Spiel und bei einem Keyboardsolo ging es in Ansätzen jazzig zu. Auch wenn es nur weniger Knopfdrücke bedurfte, konnten auch die Harmoniumklänge für Begeisterung sorgen.
Griff Kops zur akustischen Zwölfsaitigen, war man gleich mit drei Gitarren unterwegs und sowohl er als auch Hofstede füllten den Raum mit so manchem Solo.
Avalanche QuartetNeben Songs wie "Lover, Lover, Lover" oder einem herrlich und mit viel Rhythmus vorgetragenem "Dance Me To The End Of Love" sorgte man mit flotteren Nummern für überschwängliche Freude bei den Besuchern, die durch Klatschen den Takt mit angaben.
Highlights waren auch Songs in denen Marjolein van der Klauw die Lead Vocals übernahm. Oh Mann, hat die Frau eine Stimme und man konnte sich vorstellen, wie die im Zusammenhang mit ihrer Gruppe Powderblue klingt.
Mit der Kontrabassistin Arwen Linnemann war sie ebenfalls für die Backing Vocals zuständig und selbst dabei sorgte sie für spitze Ohren bei den Besuchern. Natürlich fühlte sie sich in der Rolle als Hofstedes Duettpartnerin mehr als pudelwohl und machte dabei eine sehr gute Figur.
Nicht nur einmal taktete van der Klauw mit der Hand auf dem Korpus ihres Arbeitsgerätes.
Der Musik wurde in der Kapelle perfekt in Szene gesetzt und bei den besinnlichen Songs war es schon ein komisches Gefühl, den Auslöser der Kamera zu betätigen. Da beschränkte man sich schon auf das Wesentliche und ein Minimum an Bildern. Das Repertoire an Cohen-Songs hatte sich gegenüber der Setlist des letzten Gigs in Teilen geändert und so konnten sich auch die Zuhörer, die zum zweiten Mal anwesend waren, über neue Interpretationen freuen. "Winter Lady", wie passend, sollte stellvertretend für weitere Lieder stehen.
Ein bluesiges "I'm Your Man" (von van der Klauw gesungen) oder das von den Stimmen getragene "Here It Is" waren frisch aufgelegte Tracks, die zu einem Wiederhören einluden.
Avalanche QuartetAls Hofstede den letzen Song ankündigte, war ein (Zitat) »Ooooooooh« die Reaktion des Publikums und der Cohen-Kenner meinte nur, dass über weitere Lieder gesprochen werden könnte.
Die Zuschauer setzten Standing Ovations dagegen und schon wurde das Avalanche Quartet zu einer Zugabe überredet und es sollte eine weitere Verlängerung geben.
Die zweite Auflage der niederländischen Gruppe war genauso gut, wenn nicht besser, als der Gig vom April 2009.
Eine herrlicher Nachmittag, gefüllt mit vielen Emotionen.
Wir bedanken uns bei Chris Tangelder vom Cultureel Podium Roepaen für die problemlose Akkreditierung.
Line-up:
Henk Hofstede (acoustic guitars, banjo, piano, vocals)
Marjolein van der Klauw (acoustic guitar, vocals, backing vocals)
Pim Kops (12-string guitar, keyboard, accordion, cajon, mouth harp, piano, backing vocals)
Arwen Linnemann (upright bass, backing vocals)
Avalanche Quartet     Avalanche Quartet     Avalanche Quartet
Avalanche Quartet     Avalanche Quartet     Avalanche Quartet
Externe Links: