Artossa & Jane - 13.06.2009, Tenne, Wennigsen
Flyer Artossa & Jane
Tenne Wennigsen
13. Juni 2009
Konzertbericht
Stil: Kraut Rock


Artikel vom 07. Juli 2009


Andreas Zeising
'30 Jahre und kein bisschen leise' - so lautete das Motto eines Abends in der Tenne in Wennigsen am Deister.
Roland Weller feierte 30-jähriges Bühnenjubiläum und lud dazu neben seiner Band Artossa auch die legendäre Hannoversche Rockformation Jane ein.
Jane, schon immer eine Lieblingsband von mir, wollte ich zwei Jahre nach Peters Tod nun endlich wieder einmal sehen und hören.
So machte ich mich also auf den Weg nach Wennigsen.
Die Tenne in Wennigsen ist eine gutbürgerliche Gaststube mit ausreichend Platz für kleinere Konzerte. Dort angekommen, fanden wir uns in einer wunderbaren familiären Atmosphäre wieder. Gleich kam man mit verschiedenen Leuten ins Gespräch, so auch mit Charly Maucher und
Klaus Walz (beide Jane).
Nachdem ich mir noch etwas zu essen gegönnt und 20 Euro an der Abendkasse gelöhnt hatte, ging es rein.
Den Auftakt machte Roland Weller mit seiner Band Artossa, die ich bisher ehrlich gesagt nicht kannte.
Artossa wurde 1983 gegründet. Danach gab es verschiedenen Umbesetzungen und eine 'praktische' Auflösung. 2007, zum Gedenkkonzert für Peter Panka fanden sich auch Artossa-Mitglieder ein und hieraus wurde die Idee geboren, die Band wieder auferstehen zu lassen.
"All My Friends" von der Gruppe Jane wurde der Auftakt und der Schluss. Was dazwischen kam, war gerader, schnörkelloser Rock, teilweise mit bluesigen Einlagen. Mal hart, mal sanft, besonders in dem Stück "Jet Set Junkie" so hervorragend kombiniert, dass es einem die Gänsehaut über den Rücken trieb.
Sängerin Myriam, zum Teil unterstützt von ihrer Schwester Daniela, rockten was das Zeug hielt und von Anfang an wurde das Publikum mitgerissen.
Eine Band also, die es sich lohnt anzusehen und anzuhören und somit ein wirklich würdiger Opener für Jane. Obwohl... diese beiden Formationen ergänzen sich - ob man da noch von Opener und Headliner sprechen kann?
Im Oktober sind beide wieder gemeinsam im Capitol Hannover und ich bin mir jetzt schon fast sicher, dort hinzugehen.
Nachdem wir hier also ordentlich was auf die Ohren bekommen hatten, ging es raus zur Pause. Drinnen waren Umbauarbeiten für den Jane-Auftritt angesagt. Und die kamen dann kurz vor 22:00 Uhr.
"All My Friends" gab es nun auch von Jane - das Stück, welches überwiegend zum Auftakt gespielt wird.
Klaus Walz an der Gitarre, Wolfgang Krantz am Keyboard, Charly Maucher am Bass und Mikrofon, Arndt Schulz - Gitarre und Gesang, sowie Fritz Randow an den Drums.
Nach Peters Tod war dies nun, außer dem Tribute im Capitol, das erste Konzert von Jane, was ich erlebt habe. Inzwischen hat ja auch Werner Nadolny diese Formation verlassen und wurde durch Wolfgang Krantz ersetzt. Ein wenig skeptisch war ich dann schon, ob es mir noch gefallen würde. Ich ließ mich also überraschen und wurde nicht enttäuscht. Wolfgang beherrscht das Keyboard, als wäre es ein Teil von ihm und Fritz Randow bearbeitet die Drums, als würde Peters Geist in ihm stecken. Einzig die Stimme von Arndt Schulz, nein, hier muss ich ehrlich sagen, da fehlt etwas, was mir ganz besonders bei "Way To Paradise" aufgefallen ist. Sein Gitarrenspiel hingegen ist hervorragend.
Nichts destro trotz, das Konzert war hervorragend. Einzigartig wie immer, ob Charlys "Daytime", das auf und nieder bei "Windows", die Stücke der Voices-CD wie "Tomorrow" sowie auch alle anderen Klassiker.
Dieses Jahr erscheint übrigens ein neues Album der Band, auf das ich schon sehr gespannt bin. Geschlagene zwei Stunden spielten Jane Stücke aus insgesamt über 30 Jahren Bandgeschichte. Mit "So So Long" ging die zweite Zugabe und somit das Konzert dann zu Ende.
Meine Skepsis war verflogen und ich habe keine Minute dieses hervorragenden Abends bereut. Dann machte Ich mich auf den Heimweg .. glücklich und zufrieden dort gewesen zu sein.
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